Kategorie: Lesung

  • 17.09.26 Bitch Hunt. Warum wir es lieben, Frauen zu hassen. Lesung von Veronika Kracher

    Achtung! Die Vorverkaufstickets sind alle weg, aber es gibt noch 10 Tickets an der Abendkasse.

    In »Bitch Hunt« analysiert Veronika Kracher die Funktion von alltäglichen Frauenhass-Kampagnen auf sozialen Medien und warum nicht nur Betroffene unter den Dynamiken leiden, sondern unsere Demokratie. Wir freuen uns auf die Lesung am 17. September!

    Donnerstag, 17.09.26 Soft Spot

    Bitch Hunt
    Warum wir es lieben, Frauen zu hassen
    Lesung von Veronika Kracher

    Moderation: Laila Riedmiller @not_without_my_books

    Einlass 19 Uhr
    Beginn 20 Uhr
    Eintritt: Abendkasse 15 – 20€ / Die Vorverkaufstickets sind weg, aber es gibt noch 10 Tickets an der Abendkasse.

    Vero Kracher Homepage   Buch beim Verbrecher Verlag   Instagram   Bluesky

    Im Sommer 2022 offenbarte die Hasskampagne gegen die Schauspielerin Amber Heard, wie salonfähig es ist, Opfer häuslicher Gewalt zu verhöhnen und wie omnipräsent Frauenhass in unserer Gesellschaft nach wie vor ist. Was früher in den reißerischen Printmedien stattfand, passiert heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen – stellenweise sogar ungehemmt unter vollem Klarnamen. Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf sozialen Medien ein Millionenpublikum. Digitale Plattformen unterbinden diesen, oft gegen Einzelpersonen gerichteten Hass, nicht – ganz im Gegenteil, denn hinter dem Hass steckt oft ein System, das gewinnbringende Klicks generiert.

    In »Bitch Hunt« analysiert Veronika Kracher die Funktion digitaler Misogynie, welche Rolle misogyne Kampagnen im rechten Kulturkampf spielen, und wieso Soziale Medien alltäglichen Frauenhass in einer patriarchalen Gesellschaft derart verstärken. Letztendlich leiden nicht nur Betroffene unter diesen Dynamiken, sondern unsere Demokratie.

    VERONIKA KRACHER (geb. 1990) hat in Frankfurt und Mainz Soziologie und Literaturwissenschaften studiert. Sie ist als Autorin, Publizistin und Bildungsreferentin tätig. Seit 2015 beschäftigt sie sich mit den Themenfeldern digitale Misogynie, Antifeminismus, Online-Radikalisierung und Rechtsextremismus. 2020 veröffentlichte sie das breit besprochene Buch »Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults« im Ventil Verlag. Von 2021 bis 2024 war Kracher bei der Amadeu-Antonio-Stiftung tätig, um dort Recherche- und Monitoring-Arbeit zu misogynen und rechtsextremen Online-Communities zu leisten. »Bitch Hunt« ist ihr zweites Buch.

  • 30.07.26 Deep Talk About Sex Prideweek-Edition mit Hans Berlin

    Am 30. Juli gibt’s die Prideweeks-Ausgabe von Deep Talk About Sex und da wird kein geringerer als der schwule Pornostar und HIV-Aktivist Hans Berlin in den Soft Spot kommen.

    Donnerstag, 30.07.26 Soft Spot

    Deep Talk About Sex Prideweeksedition

    mit Hans Berlin

    Schwuler Pornostar und HIV-Aktivist

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Wichtig: Die Veranstaltung ist komplett kostenfrei und offen für Alle!

    Hans Berlin zählt zu den international bekanntesten schwulen Pornostars. Der offen HIV-positive Bayer lebt in den USA, schrieb ein Musical über sein Leben und engagiert sich als HIV-Aktivist. Mit seiner Initiative HANS HILFT setzt er sich gegen HIV-Stigma ein und informiert über Safer Sex, Leben mit HIV, HIV im Porno, mentale Gesundheit und das Älterwerden in der Community. An diesem Abend spricht er über sein Leben als Pornostar, HIV, Safer Sex, schwules Leben und das Pornobusiness.

  • 23.04.26 Deep Talk About Sex mit Jana Haskamp zu Transition in Beziehungen

    Beziehungen sind Räume der Bestärkung und des Rückhalts, wenn queerfeindliche Diskurse und Diskriminierungen im Außen zunehmen. Eine Transition bringt Bewegung und oft auch Unsicherheiten in eine Beziehung. Diesem Thema widmet sich Deep Talk About Sex-Abend am 23. April mit Jana Haskamp. Es geht um Fragen wie: Was gibt uns Stabilität, wenn sich Nähe, (Diskriminierungs-)Erfahrungen, Lust und Sexualität während einer Transition verändern?

    Donnerstag, 23.04.26 Soft Spot

    Transition in Beziehungen

    mit Jana Haskamp

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt auf Spendenbasis

    In den letzten Jahrzehnten gab es mehr mediale Aufmerksamkeit für queere Personen, die Sichtbarkeit von geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt nahm zu, jedoch auch die offenen Anfeindungen. Das gesellschaftliche Klima ist transfeindlich, Debatten auf Sozialen Medien oder in Talkshows sind kaum zu ertragen.

    Gerade deshalb sind private und Community-basierte Empowermentstrategien wichtig. Unter anderem Beziehungen sind Räume der Bestärkung und des Rückhalts, wenn queerfeindliche Diskurse und Diskriminierungen im Außen zunehmen.

    Transitioniert eine oder mehrere Personen in einer Partner*innenschaft, bringt das Bewegung in eine Beziehung.

    Es entstehen Fragen wie: Wie können wir mit den Veränderungen einer Transition umgehen und in Verbindung bleiben? Was gibt uns Stabilität, wenn sich Nähe, (Diskriminierungs-)Erfahrungen, Lust und Sexualität während einer Transition verändern? Diese und weitere Fragen werden wir uns an diesem Abend anschauen.

  • 18.02.26 Wir müssen reden, Nürnberg – Die politbande im Stadtgespräch

    Am 18. Februar im Soft Spot: Zu den Themen Clubkultur / Stadtgestaltung / Rechtsruck lädt die politbande jeweils Expert*innen und Ideengeber*innen ein, um Bedarfe, neue Ansätze und Visionen zu diskutieren.

    Mittwoch, 18.02.26 Soft Spot

    Wir müssen reden, Nürnberg

    Die politbande im Stadtgespräch zu den Themen Clubkultur / Stadtreparatur / Rechtsruck

    Eine Kooperation von musikverein und politbande

    Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19 Uhr
    Eintritt frei

    Zu den Themen Clubkultur / Stadtgestaltung / Rechtsruck lädt die politbande jeweils Expert*innen und Ideengeber*innen ein,
    um Bedarfe, neue Ansätze und Visionen zu diskutieren.

    Stadtreparatur
    „Und was, wenn wir unsere Stadt schöner machen?“

    Nürnberg gilt als eine der am stärksten versiegelten Städte Deutschlands. Diskutiert werden Visionen einer autofreien Altstadt, das Schwammstadt-Prinzip und die Rückgewinnung des öffentlichen Raums für Begegnung und Grün.
    Zu diesem Thema werden  Vertreter*innen der Initiativen Baulust e.V./zurück auf los, sowie Urban Lab/Essbare Stadt Nürnberg (Charlotte Haas) und vom Nürnberg-Fürther Stadtkanalverein e.V. (Detlef Pauly) sprechen.
    Moderation: Gawain Joest (Geschichte für alle e.V., Brückenfestival)

    Clubkultur
    „Tanzen ist die wärmste Jacke- warum wir eine lebendige Clubkultur brauchen”

    Clubs sind unverzichtbare Begegnungsorte, sehen sich jedoch zunehmend mit Vorurteilen und Kriminalisierung konfrontiert.
    Über die aktuelle Lage der Nürnberger Nachtkultur und Forderungen an die Stadtverwaltung sprechen Vertreter*innen vom Haus33 (Dominique Lamee), dotBass (Nico Eichholz), die Rakete (Tom Zitzmann) sowie des „Grillwoch“-Kollektivs (Dorottya Olah) .
    Moderation: Tim Steinheimer (Brückenfestival, Bierchen & Bühnchen)

    Rechtsruck

    Gemeinsam dagegen stellen oder einzeln umfallen?

    In diesem Block wird beleuchtet, welche Auswirkungen der gesellschaftliche Rechtsruck auf die selbstorganisierte Kultur hat: Über rechten Kulturkampf, der Instrumentalisierung des „Neutralitätsgebots“, bis hin zu konkreten Einschüchterungsversuchen durch rechte Kräfte um kritische Kunst, freie Kultur und Engagement klein zu halten.
    Gemeinsam mit Vertreter*innen des Stadtteilzentrum Desi (Marie Richter), vom Z Bau ( Andi Wallner) sowie vom Kongress der freien Szenen “ChemnitzCalling” (Andii Meret Weber) werden Strategien gegen Einschüchterungsversuche und die Organisation echter Solidarität diskutiert.
    Moderation: Maggie Bernreuther (Radio Z)
  • 19.03.26 Deep Talk About Sex mit Andrea Newerla: Nach dem Romantikdiktat

    Beim Deep Talk About Sex-Abend am 19. März wird Andrea Newerla spricht über ein Ende des Romantikdiktats sprechen. Gibt es andere, für manche*n vielleicht bessere Modelle des Zusammenlebens als die traditionelle romantische Zweierbeziehung? Warum nicht mit Freund*innen eine Wahlfamilie gründen?

    Donnerstag, 19.03.26 Soft Spot

    Nach dem Romantikdiktat:
    Wie wir unser Zusammenleben besser gestalten können

    Buchvorstellungen und Gespräch mit Andrea Newerla

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt auf Spendenbasis

    andrea-newerla.de

    Liebesgeschichten folgen seit Jahrhunderten einem Skript, das ungefähr gleich abläuft: Verliebt, verlobt, verheiratet – oder moderner: daten, crushen, verlieben, zusammenziehen, Kinder kriegen, Familie werden. Doch das intime Zusammenleben in Deutschland sieht mittlerweile anders aus: Seit Jahrzehnten sinkt die Anzahl an Heiratswilligen, zugleich steigt die Scheidungsrate, Ein-Personen-Haushalte nehmen stetig zu, alleinerziehende Mütter und Väter stemmen ihren Alltag mit Kindern und mehr und mehr Menschen vereinsamen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Datingportale – und dort tummeln sich Menschen mit den unterschiedlichsten Zielen. Alle scheinen auf der Suche zu sein, endlich die richtige Person zu finden.

    Gemeinsam mit der Autorin Andrea Newerla stellen wir uns die Frage, warum Menschen nicht auch mal etwas anderes ausprobieren und warum die romantische Zweierbeziehung bis heute der Garant für unser Bedürfnis nach Nähe und Liebe zu sein scheint. Wir spüren den Entstehungsbedingungen vorherrschender Beziehungsbilder nach und fragen, warum es so schwer ist, sich ihrer zu entledigen. Und fragen uns schließlich, welche Möglichkeiten des sozialen Miteinanders noch bestehen, um ein verbindliches Zusammenleben aktiv zu gestalten. Warum nicht mit Freund*innen eine Wahlfamilie gründen?

    In ihren Büchern „Das Ende des Romantikdiktats“ (2023) und „Wie Familie, nur besser“ (2025) beschäftigt sich Andrea Newerla mit genau diesen Fragen und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie wir schon heute unser Zusammenleben auf vielfältige Weise gestalten können.

    Andrea Newerla ist promovierte Soziologin und forschte an verschiedenen Universitäten zu Intimitäten, Onlinedating und Beziehungsmustern jenseits heteronormativer Standards. Heute ist sie Autorin und Beziehungsberaterin.

  • 26.02.26 Deep Talk About Sex: Quiz dich schlau!

    Von „unverschämter Neugierde“ bis zu „tanzenden Genitalien“: Am 26. Februar laden wir in der Reihe Deep Talk About Sex zu einem Quiz-Abend zu den sexuellen Lebenswelten von trans und nicht-binären Menschen ein! Komm vorbei und finde dein Dream-Team des Abends um gemeinsam zu quizzen.

    Donnerstag, 26.02.26 Soft Spot

    Quiz dich schlau!

    Ein Quiz-Abend zur sexuellen Gesundheit in trans und nicht-binären Communities

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt auf Spendenbasis

    alexanderhahne.com

    Komm vorbei und finde dein Dream-Team des Abends um gemeinsam zu quizzen. In lockerer Runde wird es explizit!

    Deine „unverschämte Neugierde“ findet genauso Platz wie „Sprünge ins Fettnäpfchen“ stattfinden werden. Über Fragen zu Sexuellen Lebenswelten von trans und nicht-binären Menschen wird sich ausgetauscht, genauso zu den brennenden Fragen Rund ums „Kennenlernen, Dating und Cruisen“. In der Kategorie „Tanzende Genitalien“ gibt es Fragen zum maximal expliziten sprechen über Sex. Einige werden die Möglichkeit haben „Alexanders Sexführerschein“ zu machen.

    Wie immer gibt es nur Gewinner*innen an diesem Abend!!! Keine*r wird leer ausgehen.

    Durch den Abend führt Alexander Hahne, Referent für sexuelle Gesundheit und mehr.

     

  • 20.11.25 Deep Talk About Sex: 40 Jahre HIV – Ein Generationengespräch

    Zum Jubiläum der AIDS-Hilfe Nürnberg gibt’s ein Podiumsgespräch, moderiert von Julia Jenkner.

    Donnerstag, 20.11.25 Soft Spot

    40 Jahre HIV – Ein Generationengespräch!

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt auf Spendenbasis

    Den Abschluss unserer diesjährigen Deep Talk About Sex-Reihe bildet im Rahmen des 40jährigen Jubiläums der AIDS-Hilfe eine Podiumsdiskussion im Softspot. Auf dieser sprechen vier Personen verschiedener Generationen sowohl über schwule als auch weibliche Sexualität & Lust im Schatten der HIV-/Aids-Krise der 80er und 90er Jahre, verändertes Risikomanagement, neue Medikamente und Präventionsmöglichkeiten und deren Auswirkungen auf (gelebten) Sex sowie Dating-Gewohnheiten. Wir beleuchten, welche Rolle dabei auch Angebote von AIDS-Hilfen spielen und wie sich aktuelle Krisen auf queere und Menschen mit HIV auswirken.Die Veranstaltung wird von Julia Jenkner moderiert.

     

  • 02.10.25 MV-DJing bei der Ausstellungseröffnung von Ruth Orkin: Through Her Lense

    Am 2. Oktober eröffnet im Kunsthaus die Ausstellung Ruth Orkin: Through Her Lense. Der musikverein steuert DJing + Theke bei: atmosphärische Ambient und Lo-Fi Sounds mit eve massacre.

    Mittwoch, 29.10.25 Kunsthaus + Foyer Künstl*haus

    Ambient MV-DJing zur Austellungseröffnung
    Ruth Orkin: Through Her Lense

    Kooperation von Kunsthaus und musikverein

    19 Uhr Kunsthaus + Künstl*haus Foyer
    Eintritt frei

    Homepage

    Vom 3. Oktober 2025 bis 25. Januar 2026 wird das Kunsthaus einer der wichtigsten Pionierinnen der Fotografie eine umfangreiche Ausstellung widmen: Ruth Orkin.

    Ruth Orkin gehörte zu den professionellen Fotografinnen der 1940er und 1950er Jahre. Obwohl sie in zahlreichen Zeitungen und Magazinen, wie New York Times, Life oder Look, publizierte und ihre Fotografien Teil der legendären Ausstellung The Family of Man im MoMA waren, ist ihr Werk, das sich mit dem der großen Fotografinnen und Fotografen ihrer Zeit messen lässt, international noch wenig bekannt.

    Bereits im Alter von zehn Jahren begann Ruth Orkin zu fotografieren. 1939 entstand ihre erste große fotografische Arbeit. 17-jährig durchquerte sie die USA mit dem Fahrrad und der Kamera, einmal von L. A. nach New York zur Weltausstellung. Dorthin folgte 1943 der Umzug.

    Eine ihrer bedeutendsten Aufnahmen ist »American Girl in Italy« aus dem Jahr 1951, die zu einem Sinnbild der Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahren wurde. Für die Aufnahme porträtierte sie 1951 ihre Reisebekanntschaft Ninalee Craig (Jinx Allen) umringt von Männern in Florenz. Jinx wurde zu ihrer Freundin und Muse und inspirierte sie zu einer ganzen Serie, die mit ironischem Blick zeigt, wie es war in den 1950er Jahren als Frau allein zu reisen.

    Mit beißendem Humor erdachte die Fotografin Reportagen, wie »Who Works Harder?«, die das Leben einer Hausfrau und Mutter mit dem einer Karrierefrau vergleicht. Was Ruth Orkins subtile aber radikal subversive Aufnahmen einfangen, sind Bilder von Frauen im Aufbruch die beginnen, die ihnen auferlegten Konventionen abzustreifen und ihre eigenen Wege zu gehen: selbstbewusst, stylisch, smart und ihrer Zeit voraus. Daneben fotografierte sie auch die großen Stars aus Hollywood: Lauren Bacall, Jane Russel oder Doris Day.

    Die bisher umfangreichste Ausstellung der Fotografin in Deutschland geht auf die, bisher 2021 und 2023 in zwei Einzelausstellungen gefassten Werke aus dem f3 – Freiraum für Fotografie in Berlin, zurück. Die Arbeiten, die von Katharina Mouratidi und Nadine Barth in Berlin kuratiert wurden, werden erst zum zweiten Mal in Deutschland überhaupt gezeigt. Die Ausstellung wird in Nürnberg von Matthias Dachwald kuratiert.

     

  • 29.10.25 MV-DJing beim After Work zu Ruth Orkin: Through Her Lense

    Am 29. Oktober gibt’s wieder einen After Work zu einer Ausstellung des Kunsthaus: Ausstellung, Vortrag, Lyrik und Gespräche, mit Getränken in lockerer Atmosphäre. Und der musikverein steuert ein DJing bei: atmosphärische Ambient und Lo-Fi Sounds mit eve massacre.

    Mittwoch, 29.10.25 Kunsthaus + Foyer Künstl*haus

    After Work zu
    Ruth Orkin: Through Her Lense

    Ausstellung, Vortrag, Lyrik und Gespräche, mit Getränken in lockerer Atmosphäre

    Kooperation von Kunsthaus und musikverein

    19 – 22 Uhr Kunsthaus + Künstl*haus Foyer
    Eintritt frei

    Homepage

    19-20 Uhr: Vortrag FLINTA* in der Fotografie in Kooperation mit Female Photo Club.
    Wie steht es um FLINTA*-Personen in der deutschen Fotografielandschaft? Maidje Meergans, Dokumentarfotografin und Geschäftsführerin des Female Photoclub gibt Einblick in die Arbeit des Vereins und berichtet von der aktuellen Situation der Fotobranche. Der FPC schafft Sichtbarkeit für Fotograf*innen und hilft in Form eines kollektiven Netzwerks bei Fragen rund um Berufseinstieg und -alltag.

    20 Uhr: ArtWort – Fotografie trifft Lyrik
    Literatur Rundgang mit den drei Lyrikerinnen Pola Ruin (Lyrikerin), Julia Savchenko (Lyrikerin) und Mia Trunk (Lyrikerin).Literarische Texte, in denen sich die Fotografien der Ausstellung wiederfinden. Die drei Autorinnen agieren im Austausch ihrer Texte in einem lyrischen Dialog.

    19-22 Uhr: atmosphärische Ambient und Lo-Fi Sounds mit eve massacre

    Vom 3. Oktober 2025 bis 25. Januar 2026 widmet das Kunsthaus eine der wichtigsten Pionierinnen der Fotografie eine umfangreiche Ausstellung: Ruth Orkin.
    Ruth Orkin (1921–1985) gehörte zu den professionellen Fotografinnen der 1940er, 50er und 60er-Jahre. Obwohl sie in zahlreichen Zeitungen und Magazinen, wie New York Times, Life oder Look, publizierte und ihre Fotografien Teil der legendären Ausstellung The Family of Man im MoMA waren, ist ihr Werk, das sich mit dem der großen Fotografinnen und Fotografen ihrer Zeit messen lässt, international noch wenig bekannt.

    Bereits im Alter von zehn Jahren begann Ruth Orkin zu fotografieren. 1939 entstand ihre erste große fotografische Arbeit. 17-jährig durchquerte
    sie die USA mit dem Fahrrad und dokumentierte dies mit der Kamera, einmal von L. A. nach New York zur Weltausstellung. Dorthin folgte 1943 der Umzug.
    Eine ihrer bedeutendsten Aufnahmen ist „American Girl in Italy“ aus dem Jahr 1951, die zu einem Sinnbild der Frauenbewegung der 1960er und 1970er Jahre wurde. Für die Aufnahme porträtierte sie 1951 ihre Reisebekanntschaft Ninalee Craig (Jinx Allen) umringt von Männern in Florenz. Jinx wurde zu ihrer Freundin und Muse und inspirierte sie zu einer ganzen Serie, die mit ironischem Blick zeigt, wie es war in den 1950er-Jahren als Frau allein zu reisen.Mit beißendem Humor erdachte die Fotografin Reportagen, wie „Who Works Harder?“, die das Leben einer Hausfrau und Mutter mit dem einer Karrierefrau vergleicht. Was Ruth Orkins subtile aber radikal subversive Aufnahmen einfangen, sind Bilder von Frauen im Aufbruch, die beginnen die ihnen auferlegten Konventionen abzustreifen und ihre eigenen Wege zu gehen: selbstbewusst, stylisch, smart und ihrer Zeit weit voraus. Daneben fotografierte sie auch die großen Stars aus Hollywood: Lauren Bacall, Jane Russel oder Doris Day und viele weitere.

    Die bisher umfangreichste Ausstellung der Fotografin in Deutschland im Kunsthaus Nürnberg geht auf die 2021 und 2023 in zwei Einzelausstellungen gefassten Werke aus dem f³ – Freiraum für Fotografie in Berlin zurück. Die Arbeiten, die von Nadine Barth (@barthouseprojects) und Katharina Mouratidi (Künstlerische Leitung f³ – freiraum für fotografie) in Berlin kuratiert wurden, werden erst zum zweiten Mal in Deutschland überhaupt gezeigt. Die Ausstellung in Nürnberg wird von Matthias Dachwald kuratiert.

  • 02.04.25 After Work zu Inside Streets

    Am 2. April tun sich Kunsthaus und musikverein mal wieder für einen After Work Abend zusammen: Zur Austellung Inside Streets von Adriane Kippp und Cris Koch gibt’s Ambient DJing mit eve massacre (musikverein) und Kurzführungen und Lyrischen Rundgang mit Fabian Lenthe, Pola Ruin (musikverein), Julia Savchenko und Matthias Dachwald.

    Mittwoch, 02.04.24 Kunsthaus + Foyer Künstl*haus

    After Work zu
    Inside Streets von Ariane Kipp und Cris Koch

    Kurzführungen und Lyrik mit DJ, Getränken und Gesprächen in lockerer Atmosphäre

    Kooperation von Kunsthaus und musikverein

    19 – 22 Uhr Kunsthaus + Künstl*haus Foyer
    Eintritt frei

    Homepage

    ambient sounds x soft noises – DJ mit eve massacre im Foyer

    19 – 20 Uhr Live-Speaker in der Ausstellung.
    Kommen Sie und fragen in entspannter Atmosphäre vor Ort unsere kompetenten Expert*innen vor Ort.

    20 Uhr ArtWord – Fotografie trifft Lyrik
    Literarischer Rundgang mit Fabian Lenthe (Lyriker), Pola Ruin (Lyrikerin) und Matthias Dachwald (Lyriker und Kurator) sowie Gastlyrikerin Julia Savchenko. Literarische Texte, in denen sich die Kunstwerke der Ausstellung wiederfinden. Die vier Lyriker*innen agieren im Austausch ihrer Texte in einem lyrischen Dialog.

    Die Ausstellung INSIDE STREETS von Ariane Kipp (Berlin) und Cris Koch (München) stellt das Plakat im öffentlichen Raum in den Fokus.
    Ariane Kipp beschäftigt sich seit 2022 intensiv mit der Transformation von Plakaten aus dem öffentlichen Raum in skulpturale Objekte.
    Die farbintensiven Arbeiten werden aus dem mehrschichtigen versteiften Affichen-Papier der Plakatwände zu Skulpturen geformt und
    anschließend in Epoxidharz gegossen und fixiert. Die Künstlerin, die ihr Studium der Bildhauerei an der Accademia di Belle Arti „Pietro Vannucci“ in Perugia bei Professor G.-F. Ercolanoni absolvierte, legt einen Schwerpunkt auf das dekonstruierende Moment der ursprünglichen
    Werbebotschaften und deren Neukontextualisierung durch den künstlerischen Eingriff.
    Cris Koch arbeitet am gleichen Objekt. Auch er entnimmt den städtischen Werbelandschaften auf Plakatflächen Ausschnitte und stellt diese in einen neuen Zusammenhang. Während bei Kipp das Wort im Fokus steht, ist es für Cris Koch, der an der Nürnberger Akademie bei Michael Munding und Jochen Flinzer studierte, vor allem das Bild, das im Zentrum steht. Koch entdeckt das Bild hinter dem Bild neu und entwickelt durch die Ausschnitte den Bezug zu einer visuell gegebenen eigenen Formensprache. Plakate und Werbeflächen laden häufig unmittelbar zur
    Kommentierung ein – und lassen immer wieder auch zeitgenössische Kunst entstehen. So finden Plakat-Botschaften oft Bestätigung oder
    Ablehnung durch Lesende, die ihre Ansichten auf den Plakaten schriftlich hinterlassen oder ihre Ablehnung gar durch abreißen ausdrücken, und so eigenwillig interessante Gestaltungsflächen im öffentlichen Raum zurücklassen. Hinter all dem taucht immer wieder die Frage auf, wie gehen wir mit dem öffentlichen Raum um?
    Die Ausstellung INSIDE STREETS ist im Grenzbereich zwischen zeitgenössischer Kunst, Fotografie und Literatur angesiedelt und bezieht
    sich zum einen auf den Affichismus und Lettrismus aus den 1950erJahren, lässt sich aber im weitesten Sinne auch der heutigen Street- oder
    Urban Art zuordnen und widmet sich auf höchst ästhetischer Art sensiblen politischen Fragestellungen.

  • 24.04.25 Should I Stay Or Should I Go?! Deep Talk About Sex mit Yaniv Barinberg

    Freut euch auf den nächsten Deep Talk About Sex Abend am 24. April! Da wird Yaniv Barinberg mit euch über Problem rund um Trennungsentscheidungen reden!

    Donnerstag, 24.04.25 Soft Spot

    24.04.25 Should I Stay Or Should I Go?!

    mit Yaniv Barinberg

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt gegen Spende

    Eine Beziehung zu beenden oder nicht, ist manchmal eine der schwersten Entscheidungen im Leben. Die Entscheidung zu treffen, kann einem niemand abnehmen, aber es gibt Faktoren, die wir uns anschauen können, um diese zu erleichtern!

    Yaniv führt euch in diesem Vortrag durch diverse Blickwinkel auf Trennung. Neben Kompatibilität, (Streit-)Mustern, Dynamiken und generellen Vorstellungen von einer guten Beziehung, wollen wir auch einen Blick darauf werfen, wieso Trennungen auch durchaus etwas Schönes an sich haben können.

    Referent*in: Yaniv Barinberg (kein Pronomen, er/ihm // they; them )

  • 20.03.25 Yalla, Yalla – Pussydeeptalk about Sex mit Dr. Reyhan Şahin / Lady Bitch Ray

    Freut euch auf den nächsten Deep Talk About Sex Abend am 20. März! Da wird Dr. Reyhan Şahin alias Lady Bitch Ray zu Gast sein!

    Donnerstag, 20.03.25 Soft Spot

    Yalla, Yalla – Pussydeeptalk about Sex

    mit Dr. Reyhan Şahin / Lady Bitch Ray

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt gegen Spende

    Für die Finanzierung der Veranstaltung freuen wir uns sehr über Spenden! Wer nicht spenden kann hat aber wie immer auch die Möglichkeit umsonst an der Veranstaltung teilzunehmen.

    Es wird wie immer nur Abendkasse geben, keinen Vorverkauf.

    Im März freuen wir uns ganz besonders über unseren Gast für die DEEPTALK-Veranstaltung „Yalla, Yalla – Pussydeeptalk about Sex“!

    Dr. Reyhan Şahin, auch bekannt als „Lady Bitch Ray“, ist als Wissenschaftlerin, Aktivistin, Buchautorin, Performance-Künstlerin, Rapperin, Modedesignerin, Journalistin, Speakerin und Bildungsreferentin tätig. Sie studierte Linguistik, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Bremen und promovierte 2012 im Fach Linguistik/Language Science zum Bedeutungssystem des muslimischen Kopftuchs in Deutschland. Ihre umfassende Dissertation „Die Bedeutung des muslimischen Kopftuchs“ wurde 2013 mit dem Deutschen Studienpreis ausgezeichnet. Im Anschluss daran führte sie von 2014 bis 2017 ihr Postdoc-Projekt zur (Selbst)-darstellung und Religiosität von Muslim:innen in sozialen Medien durch. Derzeit forscht sie im Rahmen ihrer Habilitation seit 2018 zu den Zusammenhängen von Rassismus, Antisemitismus, Neue Rechte, Rechtsextremismus, Nationalismus, Intersektionalität, antimuslimischer Rassismus, antialevitischer (und antikurdischer) Rassismus, Islam und Gender. Seit 2020 verfasst und performt sie daneben Spoken Word-Texte zu Themen wie Antirassismus, Feminismus, Erinnerungskultur und Gedenkarbeit, Intersektionalität und Sexualität.

    Sexpositivität und (queer)feministische Intersektionalität gepaart mit einem kritischen Blick auf den Bereich Rassismus und Sexualität – oder: Wie hängen sprachliches Empowerment mit female Sexspeech zusammen? Dr. Bitch Ray spricht aus eigenen Erfahrungen als Rapperin, Künstlerin, Aktivistin und Wissenschaftlerin und liest geeignete Stellen aus ihren Büchern „Yalla, Feminismus!“ und „Lady Bitch Ray über Madonna“.

    Wir freuen uns sehr auf die Veranstaltung und auf rege Gespräche und Diskussionen mit euch! Wie immer werden wir als AIDS-Hilfe auch mit einem ausführlichen Informationsstand vor Ort sein und zusätzlich könnt ihr die Bücher von Lady Bitch Ray an einem Büchertisch der Buchhandlung Jakob erwerben!

     

  • 13.03.25 Florian von Ameln: Dystopia, Deterrence, Terror, Torture – Sound as Weapon (Vortrag auf dt.)

    Sound als Waffe? Florian von Ameln hat sich mit diesem spannenden Thema auseinandergesetzt und wird euch in seinem Vortrag nicht nur informieren, sondern natürlich auch mit kuriosen Hörbeispielen überraschen.

    Donnerstag, 13.03.25 Soft Spot

    „Dystopia, Deterrence, Terror, Torture – Sound as Weapon“

    Vortrag von Florian von Ameln (auf deutsch)

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt gegen Spende, Erlös wird an die Rote Hilfe gespendet

    Bandcamp

    Prähistorische Knochenflöten, Grammophon und Radio bis zu Podcasts der Neuzeit – das Interesse an akustischer Unterhaltung reicht Jahrhunderte zurück und ist bis heute ungebrochen groß. Genauso alt ist jedoch auch eine weniger schöne Nutzung von Schall: Abschreckung, Folter und Waffen sind, damals wie heute, ebenso Anwendungen der Akustik. Die Unmittelbarkeit des Hörens und die Unfähigkeit des Menschen, nicht zu Hören, bildet seit jeher eine Projektionsfläche für Gewalt.
    In diesem Vortrag werden einige Beispiele aus älterer und jüngerer Vergangenheit, sowie Kuriositäten aus Kunst und Literatur vorgestellt – ausdrücklich mit Hörbeispielen.

    Florian von Ameln ist Ingenieur mit mehr als 15 Jahren Erfahrung im Bereich der Audiotechnik.

  • 20.02.25 Deep Talk About Sex: Sex, Drugs & Alcohol

    Freut euch auf den nächsten Deep Talk About Sex Abend am 20. Februar! Da wirds unter dem Titel ‚Sex, Drugs & Alcohol“ einen Doppelvortrag von Julia Jenkner und Peter Müllerei zu Sexualität und Drogen geben.

    Donnerstag, 20.02.25 Soft Spot

    „Sex, Drugs & Alcohol“

    Referent*innen: Peter Müllerlei (er/ihm), Julia Jenkner (sie/ihr)

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt auf Spendenbasis, Empfehlung 0-10€

    Den Auftakt unserer Vortragsreihe gestaltet in diesem Jahr die AIDS-Hilfe selbst! Alkohol, aber auch chemische Substanzen spielen eine wichtige Rolle in der Sexualität vieler Menschen.

    Wir hören zwei Vorträge, in denen aus wissenschaftlicher, anekdotischer, autobiografischer, beraterischer, popkultureller sowie gesellschaftlicher Perspektive über Sexpositivität, Lust, Scham, Fantasie und ggf. auch Gewalt im Zusammenhang mit Substanzen (illegalisierten sowie legalisierten) referiert werden soll.

  • 22.01.25 Hyphen – Luise Meier

    Was, wenn ein weltweiter Stromausfall und der Zusammenbruch von Lieferketten und Internet nicht im Zusammenbrechen der Gesellschaft enden, sondern Menschen sich und anderen zu helfen beginnen? Luise Meier (MRX Maschine) stellt ihren wunderbaren Speculative Fiction Roman Hyphen am 22. Januar im Soft Spot vor!

    Mittwoch, 22.01.25 Soft Spot

    Hyphen – Luise Meier

    Lesung der Autorin, moderiert von Tobias Lindemann

    Einlass 19:00, Beginn 19:30 Uhr
    Eintritt: Abendkasse 6 – 12€

     

    Homepage Luise Meier   Verlag   AK Interview mit Luise Meier

    Als es 2025 zum ersten Mal weltweit zu einem wochenlangen Stromausfall kommt, bricht, wider Erwarten, keine Panik aus. Und selbst als Stromnetze und Lieferketten, Geldströme und das Internet endgültig zusammenbrechen, bedeutet es nicht den Untergang der Zivilisation.

    Stattdessen beginnt für die Menschen in Luise Meiers facettenreich erzähltem Roman „Hyphen“ die aus der Not geborene Suche nach anderen, auch nichtmenschlichen Beziehungsweisen, die ein gemeinsames Überleben und Füreinander-Sorgen ermöglichen. Da ist etwa Anne, die versucht, den Krankenhausbetrieb aufrechtzuerhalten, ihr fünfzehnjähriger Sohn Tomasz, der plötzlich die Wirkmacht der Natur zu sehen lernt, oder Maja, die über all das für die ständig wachsende, den Globus umspannende Enzyklopädie Protokoll führt.

    Luise Meier liest aus ihrem Roman, in dem sie Pilzfäden gleich Biografien, Erfahrungen, Träume und Wünsche auslegt, sie mit nichtrealisierten Zukünften verwebt und offenbart: Die Welt, sie geht nicht unter – sie entsteht vielmehr neu, in radikaler, allumfassender Verbundenheit.

    Luise Meier, 1985 geboren in Ostberlin, arbeitet als freie Autorin (wir lieben sie z.B. auch für ihr Buch MRX Maschine), Theatermacherin und Servicekraft. Studium der Philosophie, Sozial- und Kulturanthropologie und Kulturwissenschaften in Berlin, Frankfurt a. d. Oder und Aarhus. Ihre Texte für die Berliner Volksbühne sind unter www.volksbuehne.adk.de archiviert.

  • 07.11.24 Deep Talk About Sex: Let’s talk about sex, Habibibi! mit Mohamed Amjahid

    Freut euch auf den nächsten Deep Talk About Sex Abend am 7. November, denn da wird Mohamed Amjahid mit dem rassistischen Blick auf Begehren und Sexualität von Nordafrikaner*innen aufräumen und einen Einblick in seine Recherchen zu „Let’s talk about sex, Habibi“ geben.

    Donnerstag, 07.11.24 Soft Spot

    „Let’s talk about sex, Habibi –
    Liebe und Begehren zwischen Casablanca und Kairo

    Mohamed Amjahid

    In der Reihe DEEP TALK ABOUT SEX

    Eine Kooperation von musikverein und AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt gegen Spende: 0 – 10 €

    Homepage   Instagram

    Den Abschluss unserer DEEP TALK ABOUT SEX – Veranstaltungsreihe 2024 bildet eine Lesung mit Mohamed Amjahid (er/ihm) aus seinem Buch “Let’s Talk About Sex, Habibi”.
    Unser Blick auf Liebe und Begehren in Nordafrika ist stark von Klischees, Orientalismus und Fetischisierung geprägt. Doch welche Freiheiten gibt es in vermeintlich geschlossenen Gesellschaften? Wo liegen Grenzen und wer definiert sie? Mohamed Amjahid zeigt, wie die alltägliche Sexualität der Nordafrikaner*innen wirklich ist und räumt mit rassistischen Stereotypen auf.

    Wir freuen uns über eine Spende an der Abendkasse, aber ob und wie viel ihr geben möchtet ist euch überlassen ❤️

    Über das Buch schreibt Mohamed Amjahid:

    Es liegt auf der Hand, dass Völkerverständigung am besten über Liebe betrieben werden kann: Käufliche Liebe, liebevollem Sex, sexuellem Begehren. Indem man in die Schlafzimmer, unter die Schleier, eben in die Liebesleben der Menschen blickt, bekommt man ein wohliges Gefühl für die Kulturen, die einem zunächst fern erscheinen mögen – davon bin ich überzeugt.

    Als Reporter habe ich viele Regionen Nordafrikas besucht, mit unzähligen Menschen zwischen Casablanca & Kairo gesprochen. Auch weil ich selbst in Marokko aufgewachsen bin, kann ich berichten: Maroks sind Babos im Spaß haben. Genau diese orgasmische Lockerheit möchte ich meiner Leserschaft mitgeben.

    Denn in den vergangenen Jahren – nicht erst seit der sog. Kölner Silvesternacht – wurde über die S*xualität der Nordafrikaner*innen verhandelt, ohne mit ihnen selbst zu sprechen. Es fing mit dem Kolonialismus an, dass afrikanische Körper im eurozentrischen Kanon anders gemacht wurden. Desinformation, Orientalismus und Fetischisierung dominieren bis heute das Gespräch über (Nord-)Afrika.

    In meinen beiden Büchern »Unter Weißen« & »Der weiße Fleck« geht es um die Emanzipation von Minderheiten. Ich musste als von Rassismus betroffener Autor diese Bücher schreiben. Ich habe sie gerne geschrieben, um meinen Beitrag zu leisten: zum Abbau historisch gewachsener Machtgefälle. Mein neues Buch baut auf diese emanzipatorische Perspektive auf und verknüpft sie mit dem mediterranen Savoir-vivre, nach dem sich so viele Europäer*innen nicht nur beim Strandurlaub sehnen.

    Mit Erinnerungen aus meiner Pubertät, Begegnungen mit Frauen & Queers und der nachdenklichen Betrachtung von Verletzbarkeiten möchte ich das facettenreiche Nordafrika mit meinen Leser*innen bereisen. Ich möchte mich auf die Spuren einer toxischen Männlichkeit & des feministischen Befreiungskampfes begeben. Allen Interessierten öffne ich meine (Reporter-)Tagebücher. Ich möchte die Anliegen & Sehnsüchte der Nordafrikaner*innen in den Fokus stellen, sie für sich selbst sprechen lassen und damit zeigen, wie geil es sein kann, sich auf »andere« Gesellschaften einzulassen.

    Let’s talk about Sex, Habibi 💋

    „Let’s talk about Sex, Habibi. Liebe und Begehren zwischen Casablanca und Kairo“ erscheint September 2022 bei Piper und ist hier bestellbar. Es wird aber auch einen Büchertisch der Buchhandlung Jakob vor Ort geben!

  • 06.11.24 After Work zu Gudrun Kemsa – Floating Spaces

    Am 6. November tun sich Kunsthaus und musikverein mal wieder für einen After Work Abend zusammen: Zur Austellung Floating Space von Gudrun Kemsa gibt’s Ambient DJing mit eve massacre (musikverein) und Kurzführungen und Lyrischen Rundgang mit Fabian Lenthe, Pola Ruin (musikverein) und Matthias Dachwald.

    Mittwoch, 06.11.24 Kunsthaus + Foyer Künstl*haus

    After Work zu
    Gudrun Kemska – Floating Spaces

    Kurzführungen und Lyrik mit DJ, Getränken und Gesprächen in lockerer Atmosphäre

    Kooperation von Kunsthaus und musikverein

    19 – 22 Uhr Kunsthaus + Künstl*haus Foyer
    Eintritt frei

    Homepage

    DJ Sounds&Arts mit eve massacre, durchgehend von 19 – 22 Uhr im Foyer mit Bar vom musikverein

    19 – 20 Uhr Live-Speaker in der Ausstellung.
    Kommen Sie und fragen in entspannter Atmosphäre vor Ort unsere kompetenten Mitarbeitenden vom KPZ

    20 Uhr ArtWord – Fotografie trifft Lyrik
    Literarischer Rundgang mit den Lyriker*innen Fabian Lenthe, Pola Ruin (musikverein) und Matthias Dachwald, die eigene Texte passend zu den Fotografien in der Ausstellung lesen und in einen lyrischen Dialog treten.

    Danach ist Zeit für freie Gespräche bis die Veranstaltung gegen 22 Uhr endet.

    In der Ausstellung Floating Spaces im Kunsthaus begegnen dem Ausstellungsbesuchenden bekannte Orte des urbanen und natürlichen Landschaftsraumes, die sich in den Arbeiten der Fotografin und Videokünstlerin Gudrun Kemsa, der gewohnten, leicht lesbaren Zugänglichkeit entziehen: luxuriöse Einkaufsstraßen, gewöhnliche U-Bahnhöfe, oder das Meer. Diese sonst vertrauten Orte wirken seltsam befremdlich, unwirklich theatralisch, überzeichnet irreal oder verschwommen, weichgezeichnet und nebulös – fast abstrakt. Die Künstlerin Gudrun Kemsa versteht ihre Fotografien und Videoinstallationen als eine ästhetische Erweiterung der alltäglichen Wahrnehmung und somit als eine Möglichkeit Bekanntes neu zu entdecken.

  • 12.09.24 Anti-Girlboss – Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen. Lesung mit Nadia Shehadeh

    Nach der ganzen Arbeit mit dem Umzug in den Soft Spot feiern wir am 12. September mitten in der Leistungsgesellschaft die Faulheit! Frönt cozy der Leistungsverweigerung während ihr Nadia Shehadeh bei einer Lesung aus ihrem Buch “Anti-Girlboss – Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen” lauscht.

    Donnerstag, 12.09.24 SOFT SPOT

    Anti-Girlboss

    Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen (Ullstein Verlag, 2023)

    Nadia Shehadeh

    Lesung und Herumlungerabend
    Mit Büchertisch von der Buchhandlung Jakob <3

    Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr
    Eintritt: Zahl soviel du kannst zwischen 6 – 10 €

    Homepage

    Am 12. September wollen wir zusammen Nichtproduktivität kultivieren, Leistung verweigern als quasi politischer Akt.
    Fragezeichen.
    Ist der Hustle wirklich out?

    Nadia Shehadeh liest aus „Anti-Girlboss – Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen“.

    »Work hard, party hard!« »Leistung zahlt sich aus!« Solche hohlen Phrasen kann Nadia Shehadeh nicht mehr hören. Was, wenn der Führungsjob mit Verantwortung keinen Spaß macht, Papier sortieren am Kopierer aber schon? Was, wenn man kein Leben auf der Überholspur führen möchte, sondern lieber auf der Couch liegt und auf »productivity« pfeift? Und was, wenn das von vielen gelobte Leistungsprinzip eigentlich nur eine Mär ist, die Statusunterschiede nicht erklären kann und Menschen unglücklich macht?
    Vor allem Frauen wird eingetrichtert, dass sie sich mit individuellem Ehrgeiz aus gesellschaftlichen Ungerechtigkeitsstrukturen befreien könnten. Das ist kollektiver Selbstbetrug, der uns auf perfide Art Chancengleichheit vortäuscht und zu immer mehr bezahlter und unbezahlter Arbeit antreibt, findet Nadia Shehadeh. Statt ein stressiges Leben auf der Überholspur befürwortet sie das Leben als Anti-Girlboss: Ambition spielt darin keine Hauptrolle mehr und das Durchschnittliche wird nicht verachtet, sondern begrüßt. Sie plädiert dafür, sich eine Komfortzone zu bewahren, die davor schützt, für Anforderungen von außen auszubrennen.

    Nadia Shehadeh, geboren 1980, ist Soziologin und Autorin, wohnt in Bielefeld und lebt für Livemusik, Pop-Absurditäten und Deko-Ramsch. Sie hat nicht nur Anti-Girlboss (2023, Ullstein) geschrieben, sondern war auch bei den Sammelbänden „Eure Heimat ist unser Albraum“, „Mehr Kopf als Tuch“ und „NSU-Terror. Ermittlungen am rechten Abgrund“ beteiligt. Ihre Kolumnen im Missy Magazin erschienen in Auswahl bei Edition Assemblage unter dem Titel „Ist gut jetzt.“

    Wenn ihr an diesem Abend – in aller Gemütlichkeit – für ein paar Stunden euren Mental Load, euren internalisierten Perfektionismus und Faulheitshass und Sexismus oder die neoliberale Kälte, die uns durchzieht (ob wir wollen oder nicht), bei uns an die Garderobe (für die wir keine Haftung übernehmen) abgeben könnt, dann freuen wir uns.

    Wir möchten Euch sehen, wir ihr auf den Stühlen hängend, cookieschmatzend und biergenießend, mit Kissen oder Kuscheldecke und gerne im Dresscode – Jogginghose und Hausschuhe – dem Müßiggang frönt.

    ❄️ Für alle Dawn-Winter-Fans und Care-Tätigen.

    ❄️ Für alle im ganzkörper Plüsch-Pyjama bei ASMR-Videos jeden Geschlechts.

    ❄️ Für alle utopisch träumenden FLINTA*.

    ❄️ Für alle, die vergessen wollen was Leben in einer Beschleunigungsgesellschaft ist.

    ❄️ Für alle Quiet Quitter und faulen Frauen.

    ❄️ Für alle ohne Bock auf Burnout und für die Rest Revolution.

    ❄️ Für alle Loser und Drinnies.

    ❄️ Für das wichtige Gefühl der Scham, das Laster des Müßiggangs und das (Menschen-)Recht auf Ausruhen.

    ❄️ Für alle, die sich wenigstens eingestehen, dass sie vielleicht trotzdem noch Handlanger*innen des Kapitalismus sind.

    „Hand aufs Herz […] Es gibt kein richtiges System im falschen – und das kann man einfach mal so anerkennen.“ (Nadia Shehadeh).

    Und jetzt ist endlich Feierabend.

    NADIA SHEHADEH liest aus „Anti-Girlboss – Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen“.

    P.S.: Das Konzept für den Abend haben wir dem Faulheitsanspruch nachkommend natürlich nicht selbst erarbeitet, sondern ganz flauschig vom wunderbaren Slow Club in Freiburg geborgt.

  • 02.06.24 Kassandra e.V.: Sex Arbeit – Lesung des Theaterstücks von Wenzel Winzer

    Der musikverein supportet die Anliegen der sich selbst organisierenden Sexarbeitenden und bringt euch mit Kassandra e.V. anlässlich der Aktionswochen zum Internationalen Hurentag eine Lesung des Theaterstücks ‚Sex Arbeit‘ von Wenzel Winzer am 2. Juni in die Kantine.

    Sonntag, 02.06.24 Kantine

    Sex Arbeit

    Lesung des Theaterstücks von Wenzel Winzer

    Eine Kooperation mit Kassandra e.V.

    Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr

    Eintritt auf Spendenbasis (0-10€)

    Foto: Wenzel Winzer

    Eine Lesung des Theaterstücks ‚Sex Arbeit‘, das Wenzel Winzer 2021 für das Schauspielhaus Nürnberg inszenierte. Aus dem damaligen Text dazu:

    „Das Geschäft mit der Lust ist fester Bestandteil fast jeder Zivilisation, begleitet von gemischten Gefühlen aus Anziehung, Abscheu und Mitleid. Es sind überwiegend Frauen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten. Sie werden verachtet und begehrt, auf Sockel gehoben und stigmatisiert. Prostitution ist hierzulande legal, wird aber immer auch als zwielichtig empfunden. Aber sind Zwang und Gewalt tatsächlich Bestandteil der Branche selbst? Sicher ist: Das Geschäft läuft. Es generiert deutschlandweit ca. 14,5 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr, etwa das Volumen der früheren Karstadt Quelle AG. Die Quelle ist Geschichte, an der Frauentormauer floriert das Geschäft. Dort begann die Recherche, die nun in einem Stück über die zerklüftete Landschaft mündet, in der Sex Arbeit ist.

    Kann Sex eine normale Arbeit sein und wo beginnt und wo endet überhaupt Sexarbeit? Ist Prostitution per se moderne Sklaverei oder eine der entschiedensten Formen der Selbstbestimmung? Kann Sexarbeit, wo sie doch der ultimative Ausdruck betonierter sexistischer Machtverhältnisse ist, zugleich feministischer Ausbruch aus heteronormativen Strukturen bedeuten? Mitten in die Differenzierung zwischen diesen Polen zielt Wenzel Winzers Rechercheprojekt „Sex Arbeit“. Winzer hat Interviews mit Menschen jeden Alters und Geschlechts über ihre Arbeit in der Sexindustrie und auch in deren eben auch problematischem Umfeld geführt. Aus umfangreichen Recherchen hat er mit drei Schauspielerinnen eine Annäherung an das Phänomen destilliert, das – als florierender Wirtschaftszweig und Spiegel der Gesellschaft – wie kaum ein anderes polarisiert. Und je näher wir heranrücken, desto einfacher und komplizierter zugleich erscheint es. Kategorien wie „Pro“ und „Contra“, „gut“ und „schlecht“, „Problem“ und „Lösung“ verschwimmen. Klischierte Bilder und klare Meinungen brechen auf und setzen sich anders (vielleicht) wieder neu zusammen.

    Im Rahmen der Recherche interviewte Wenzel Winzer über mehrere Monate deutschlandweit, jedoch mit speziellem Fokus auf die Metropolregion Nürnberg, Sexarbeiterinnen sowie Mitarbeiterinnen von Vereinen und Beratungsstellen wie Kassandra e.V. oder JADWIGA, studierte Gesetzestexte, verfolgte politische und gesellschaftliche Debatten und stöberte natürlich auch im Internet. Aus diesem Material entstand eine Theaterfassung, die teils diejenigen unmittelbar zu Wort kommen lässt, für die Sex Arbeit ist, aber auch die Auseinandersetzung des Teams mit dem Thema erfahrbar macht. Wie „kommt man dazu“, was sind die realen alltäglichen Erfahrungen und Beobachtungen, wie ist der Umgang der Kunden und mit den Kunden, welche Bedürfnisse, aber auch welche Abgründe werden sichtbar, und in welchem gesellschaftlichen Kontext findet Sexarbeit statt? Auch die rechtliche Situation spielt eine Rolle: im Hinblick auf einen doch eigentlich inzwischen ganz legalen Wirtschaftszweig, aber auch in Bezug auf problematische Ausbeutungsdynamiken bis hin zur Bekämpfung eindeutiger Verbrechen. Was hilft? Verbot, nordisches Modell, Normalisierung und Eingliederung ins Gewerberecht? Klischees, Rollenbilder, wahre Kerne und ideologische Narrative, Symptome, Ursachen, Abhängigkeiten, genau beobachtete Details und das Luftbild einer unübersichtlichen Landschaft treffen aufeinander.

    Die Inszenierung verwendet der Thematik entsprechend explizite Sprache.“

    Kassandra e.V. bringen euch das nun als Lesung in die Kantine. Dieser Abend findet am Internationalen Hurentag statt, im Rahmen der Aktionswochen für Sexarbeitende.

    Hintergrundwissen zum internationalen Hurentag:
    Am 2. Juni 1975 fand im französischen Lyon der berühmte “Hurenstreik” statt. Wochenlang besetzten über 100 Sexarbeitende die Kirche Saint-Nizier, um gegen zunehmende Repressionen zu kämpfen. Das Datum gilt seitdem als Internationaler Hurentag und Ausgangspunkt der Selbstorganisation von Sexarbeitenden. Doch die Möglichkeit, an Regelungen für ihre Branche mitzuwirken und Einfluss zu nehmen, bleibt Sexarbeitenden bis heute weitgehend verwehrt.

    Wir unterstützen diese Selbstorganisation und die Anliegen der Sexarbeitenden und freuen uns, euch diesen Abend als Kooperation mit Kassandra e.V. präsentieren zu können. Kassandra e.V. macht das im Rahmen der diesjährigen Aktionswochen für Sexarbeit, die bundesweit in Kooperation mit dem Bundesverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) organisiert wird, um sich als Sexarbeitende klar gegen Pläne zu einem Sexkaufverbot zu positionieren, aber auch die große Diversität von Sexarbeit darzustellen und Narrative, die besagen, dass Sexarbeit immer Gewalt gegen Frauen und mit Menschenhandel gleichzusetzen ist, zu widerlegen.

    Und noch Info zu Wenzel Winzer:

    Wenzel Winzer studierte Betriebswirtschaftslehre und Tourismus in Berlin. Nach dem Studium, arbeitete er für das Ritz Carlton Berlin im F&B Management. 2014 entschied er sich für das Theater und hospitierte am Deutschen Theater Berlin und an der Schaubühne Berlin. Im selben Jahr wurde er Regieassistent am Deutschen Theater Göttingen. Dort inszenierte er „Welche Droge passt zu mir“ und „Die Erzählung der Magd Zerline“. 2016 wechselte er an das Deutsche Theater Berlin und später an das Staatstheater Nürnberg. Zusammen mit dem Performance Kollektiv Ufaaq erhielt er das künstlerische Forschungsstipendium Flausen+ Young Artists in Residence 2018. Er arbeitete u.a. mit den Regisseur*innen Dieter Dorn, Anne Lenk, Bastian Kraft und Falk Richter.

    Seit 2019 schreibt und inszeniert er seine eigenen Theatertexte. Für das Staatstheater Nürnberg schrieb und entwickelte er die Stücke „Sex Arbeit“ und „Exit – Sterben für Anfänger*innen“, gefolgt von wir müssen über das Sterben sprechen“ für das Deutsche Theater Göttingen.
    Homepage

  • 29.06.22 Radical Utopias #15: Our Shared Storm von Andrew Dana Muldoon

    Mittwoch, 29.06.22 online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #15

    Our Shared Storm: A novel of five climate futures

    Von Andrew Dana Hudson

    Ablauf: 20:15 Uhr eine Buchvorstellung auf Youtube. Anschließend laden wir dann zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link gibt’s gegen Ende der Buchvorstellung im Chat und Info des YouTube-Clips.

    Zum Buch:

    Our Shared Storm von Andrew Dana Hudson verbindet Fiktion und Sachbuch, er benutzt spekulative Methoden für wissenschaftliche Zwecke. In diesem Buch erkundet er fünf mögliche Zukunftsstränge, die sich je nach heutigem Handeln entwickeln. Diese fünf parallelen Universen zeigen politische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte von Zukünften, in denen die heute versprochenen Investitionen in die Abschwächung des Klimawandels erfolgreich abgeschlossen, verschoben geschoben oder gänzlich aufgegeben sein würden. Diese Geschichten, die von erschütternd bis hoffnungsvoll reichen, zeigen Entscheidungen, die wir treffen müssen, um den Planeten zu stabilisieren.


    Andrew Dana Hudson ist Speculative Fiction Autor und Nachhaltigkeitsforscher. Seine Geschichten sind u.a. schon in Slate Future Tense, VICE Terraform, Grist und MIT Technology Review erschienen.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können. In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen. Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert. Artwork: Philipp Dittmar von Complex Pleasures

  • 14.07.22 Die Macht der Plattformen – Lesung mit Michael ‚mspr0‘ Seemann

    Michael Seemann alias mspr0 hat ein fantastisches Buch über politische Aspekte von digitalen Plattformen wie Facebook, AirBnB oder Spotify geschrieben und kommt großartigerweise am 14.7. damit für eine Lesung nach Nürnberg!

    Donnerstag, 14.07.22 Kantine

    Die Macht der Plattformen

    Politik in Zeiten der Internetgiganten

    Lesung von Michael Seeman / mspr0

    Einlass 19:30, Beginn 20 Uhr

    Eintritt: 5 – 10€ (Zahl was du kannst)

    Mit einem Büchertisch der Buchhandlung Jakob

    In die Die Macht der Plattformen – Politik in Zeiten der Internetgiganten arbeitet Michael Seemann heraus, wie die ganzen digitalen Plattformen von Facebook bis Spotify funktionieren, agieren und Zugänge regulieren oder verknappen, gespickt mit interessanten Einblicken in Technologie- und Kulturgeschichte. Aus der Erkenntnis, wie die Macht der Plattformen entsteht, was sie ausmacht und wie sie unsere Gesellschaften politisch und wirtschaftlich prägen, blickt er dann auf die Frage, wie sie vielleicht gebrochen und die Plattformen, die wir jetzt haben, durch etwas Besseres ersetzt werden könnten.

    Weit jenseits der stumpfen Technologiekritik, die sonst hierzulande so verbreitet ist, ist dieses Buch ein großartiger systemischer Überblick und inspirierender Aufschlag zum Weiterdenken.

    Michael Seemann alias mspr0 ist Kultur- und Medienwissenschaftler, der sich schon seit langem mit den Strukturen und Effekten digitaler Medien auseinandersetzt. Er produziert den Podcast Planet B – Ideen für den Neuanfang. Normal bloggt er unter mspr0.de, podcastest unter wir.muessenreden.de und schreibt unregelmäßig für verschiedene Medien wie RollingStone, ZEIT Online, SPEX, SPIEGEL Online, c’t und das DU Magazin. Er unterrichtet verschiedene Seminare an der Universität zu Köln und der Universität der Künste in Berlin. 2016 war er als Sachverständiger zum Thema Plattformregulierung im Bundestag. Er hält Vorträge zu den Themen Whistleblowing, Datenschutz, Urheberrecht, Internetkultur, Plattformen und die Krise der Institutionen in Zeiten des digitalen Kontrollverlusts. Seit 2017 ist er im Aufsichtsrat des Grimme Forschungskollegs. 2018 gründete er mit Gleichgesinnten zusammen das Otherwise Network, in dessen Vorstand er seitdem tätig ist.

    „Seemann lädt seine Leserschaft zur Analyse ein und stellt dazu einen Werkzeugkasten mit vielen nützlichen Elementen bereit.“
    Günter Hack, FAZ

    „Seemann legt hier die notwendigen Grundlagen für eine wichtige Debatte, die uns noch lange beschäftigen wird, … eine Debatte darüber anstoßen, wie unsere Gesellschaft allgemein mit Plattformen umgeht. Seine zentrale Einsicht ist es, Plattformen vor allem als neues Regulierungsprinzip zu begreifen, das in zunehmendem Maße an die Seite von und in Konkurrenz zu Nationalstaaten tritt. Diese beiden seien vergleichbar, denn „Staaten beherrschen Territorien und organisieren Menschen darauf über den Zugriff auf ihre Körper. Plattformen hingegen beherrschen Graphen [Beziehungsmuster] und organisieren Menschen über den Zugriff auf ihre Verbindungen.“ Entsprechend sei die ultimative Strafdrohung des Staates die Zwangsverwaltung des Körpers im Gefängnis, die ultimative Strafdrohung der Plattformen der Ausschluss und damit die Trennung aller darauf aufgebauten Verbindungen.“
    Felix Stalder, ZEIT Online

    „‚Die Macht der Plattformen‘ verbindet weitsichtige gesellschaftliche Überlegungen mit einem fundierten Wissen über die Plattformgeschichte.“
    Katja Scherer, Deutschlandfunk

    Foto von Steffi Roßdeutscher

  • 24.06.22 Automaton – Lesung mit Berit Glanz

    Am 24.6. kommt Berit Glanz mit ihrem großartigen Roman Automaton!

    Berit Glanz ist eh super, eine der Macherinnen des tollen 54 Books Blogs und ihren Newsletter legen wir euch auch ans Herz legen: Phoneurie.

    Freitag, 24.06.22 Künstlerhaus Glasbau 2. OG

    Berit Glanz: Automaton

    Lesung und Gespräch werden moderiert von Tobias Lindemann

    19:30 Einlass, 20 Uhr Beginn
    Eintritt: Abendkasse: 5 – 10€ (Zahl was du kannst)
    Mit einem Büchertisch von der Buchhandlung Jakob
    Erschienen ist das Buch im Berlin Verlag

    Das Browser-Fenster zum Hof

    Die junge Mutter Tiff schlägt sich mit schlecht bezahlten Online-Jobs für die Plattform Automa durch, da sie wegen einer Angststörung ihre Wohnung kaum verlassen kann. Ihre zermürbende Akkordarbeit wird als angebliche Überwachungsleistung einer KI teuer verkauft, weshalb sie zur Verschwiegenheit verpflichtet ist. Doch dann wird sie am Bildschirm Zeugin eines Verbrechens …

    Ein visionärer Gegenwartsroman, der zwischen der Klaustrophobie der eigenen vier Wände und den Hanffeldern Kaliforniens spielt und von neuen Ausbeutungsverhältnissen und den Chancen virtueller Solidarität erzählt.

    »Dieses Buch ist ein Geniestreich. Vordergründig geht es um Kapitalismus, Digitalisierung und Angst, aber im Kern enthält es, was dabei oft vergessen wird: unsere Menschlichkeit. Berit Glanz erzählt wagemutig und klug von einem Gefühl, an dessen Existenz wir kaum noch glauben, obwohl es alles verändern kann. Es ist Hoffnung.« Mareike Fallwickl

    »In einer auf den ersten Blick einsamen Wirklichkeit des anonymen Clickworkings, des heimlichen Voyeurismus und der entfremdenden Überwachung lässt Berit Glanz die Hoffnung aufblitzen, dass bei all der künstlichen Intelligenz letztlich doch auch die soziale nicht verloren geht.« Samira El Ouassil

    „Worum es Berit Glanz in ihrem lesenswerten, berührenden Roman geht, ist die Frage, ob in unserer digitalisierten Gegenwart noch Menschlichkeit und Solidarität möglich sind, trotz Vereinzelung, prekärer Beschäftigungsverhältnisse und sich verändernder Arbeitswelten.“ – Der Tagesspiegel

  • 27.05.22 Nerds – Eine Popkulturgeschichte, Lesung mit Annekathrin Kohout

    Annekathrin Kohout liest bei uns am 27.05.22 aus ihrer spannenden Popkulturgeschichte über die Figur des Nerds.

    Freitag, 27.05.22 Kantine

    Nerds – Eine Popkulturgeschichte

    Lesung mit Annekathrin Kohout

    Moderiert von Tobi Lindemann

    Einlass 18:30, Beginn 19:00 Uhr
    Eintritt: Abendkasse: 5 – 10€ (Zahl was du kannst)
    Mit einem Büchertisch von der Buchhandlung Jakob

     

    Buch  Homepage und Blog der Autorin

    Nerds – das sind ungepflegte junge Männer in Holzfällerhemd, Hochwasserhose und Hornbrille, die sich für Computer interessieren und bei Frauen nicht sonderlich beliebt sind. Oder? Annekathrin Kohout zeichnet in ihrem Buch eine viel facettenreichere Geschichte nach. Sie führt vom spießigen Streber über den genialen Computerfreak bis hin zum Alten Weißen Mann. Dadurch gelingt ihr ein rasanter Ritt durch die Populärkultur und das Zeitalter der Informationsgesellschaft.

    Als das Informationszeitalter in den 1980er Jahren in seinen Anfängen steckte, galten Nerds als misanthropische Freaks und kauzige Streber. Während sie ihre Freizeit im heimischen Keller an komplizierte Geräte vergeudeten und sich von Tiefkühlpizza ernährten, genossen die High-School-Schönlinge ihre gesellschaftlichen Privilegien in vollen Zügen. Doch der Erfolg neuer Informationstechnologien läutete einen ungeahnten Siegeszug der Nerdfigur ein. Nerds, damit verbanden sich nun Namen wie Bill Gates und Steve Jobs. Aus den einstigen Außenseitern wurden charismatische Insider: «Nerdig» wurde das neue «cool». Doch seit den 1990er Jahren wird die männliche, weiße, privilegierte Nerdfigur hinterfragt und politisiert. Gerät der smarte Silicon Valley-Nerd im Licht dieser neuen Diskurse gar zum Alten Weißen Mann? Ist die große Zeit dieser für ein paar Jahrzehnte so wichtigen Sozialfigur schon wieder vorbei? In ihrem Buch zeigt die Kulturwissenschaftlerin und Bloggerin Annekathrin Kohout die wechselvolle Geschichte des Nerds, die zugleich eine Geschichte der Populärkultur und der Informationsgesellschaft ist.   

    Annekathrin Kohout ist Kulturwissenschaftlerin, Bloggerin (sofrischsogut.com) und Redakteurin der Zeitschrift «Pop. Kultur und Kritik» sowie Mitherausgeberin der Buchreihe «Digitale Bildkulturen». Von ihr erschien zuletzt das Buch «Netzfeminismus» (2019).


    Derzeit gilt bei uns 2G und Maskenempfehlung, vor allem dort, wo es enger wird (Einlass, WCs), aber keine Maskenpflicht. Wir werden das monatlich neu bestimmen. Deswegen informiert euch doch bitte kurz vor der Veranstaltung noch mal über unsere dann geltenden Pandemie-Maßnahmen.

    Artwork: Hannes Veiglhuber

     

  • Radical Utopias #14: Platform Socialism von James Muldoon

    Mittwoch, 27.04.22 online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #14

    Platform Socialism:  How to Reclaim our Digital Future from Big Tech

    Von James Muldoon

    Ablauf:

    20:15 Uhr eine Buchvorstellung auf Youtube. Anschließend laden wir dann zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link gibt’s gegen Ende der Buchvorstellung im Chat des YouTube-Clips. Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    Wer die Plattformen kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Mächtige Technologieunternehmen besitzen heute die digitale Infrastruktur des gesellschaftlichen Lebens des 21. Jahrhunderts. Unter dem Deckmantel des Aufbaus globaler Communities haben diese Unternehmen ausgeklügelte Technologien entwickelt, um mit ihren User*innen Geld zu verdienen. James Muldoon zeigt, wie Graswurzelinitiativen und transnationale soziale Bewegungen die Kontrolle von den Big Tech zurückerobern könnten. Er schlägt eine Vielzahl von Ideen vor, wie wir die emanzipatorischen Möglichkeiten digitaler Plattformen zurückgewinnen können – von der lokalen bis zur internationalen Ebene.

    James Muldoon ist Dozent der Politikwissenschaften an der University Exeter, Leiter des Forschungsbereich Digitales bei autonomy.work und philosophiert auf YouTube bei Political Philosophy.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

    Artwork: Philipp Dittmar von Complex Pleasures

  • Radical Utopias #13: Gemeinschaft der Ungewählten von Sabine Hark

    Mittwoch, 23.02.22 online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #13

    Gemeinschaft der Ungewählten: Umrisse eines politischen Ethos der Kohabitation

    Von Sabine Hark

    Ablauf:

    20:15 Uhr eine Buchvorstellung hier auf Youtube. Anschließend laden wir dann zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link gibt’s gegen Ende der Buchvorstellung im Chat des YouTube-Clips. Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    Frei ist, wer an der sozialen Praxis einer Gemeinschaft teilhat und sich als Teil eines »Wir« in der Welt beheimaten kann. Leider ist dies ein in unserer Gegenwart vielfach bestrittenes Menschenrecht. Doch ein gutes Leben ist nur das mit anderen geteilte Leben. In ihrem Essay erzählt Sabine Hark die Geschichte von Zugehörigkeit und Gleichheit, ausgehend von den Leben jener, deren Gemeinschaften mit Gewalt zertrennt werden, deren Hoffnungen auf ein gutes Leben an den Grenzzäunen der Macht zerschellen, deren Stimmen unerhört bleiben und deren Gleichheit mit Füßen getreten wird. Hark entwirft in einer zwischen Theorie und Dichtung oszillierenden Sprache ein machtsensibles politisches Ethos für ein plurales, demokratisches Zusammenleben, das Räume zum Atmen für die Vielen entstehen lässt.

    Sabine Hark ist leitet das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin. Im Fokus ihrer Forschung stehen die Auswirkungen gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und technologischer Transformationsprozesse auf das Geschlecht und Geschlechterforschung als Kritische Ontologie der Gegenwart.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

    Artwork: Philipp Dittmar von Complex Pleasures

  • 21.04.22 Markus Ostermair liest aus seinem Roman ‚Der Sandler‘

    Ein eindringlicher Roman über die Scham des sozialen Abstiegs, aber jenseits von Sozialkitsch, das ist Markus Ostermair mit ‚Der Sandler‘ gelungen. Er liest für euch daraus am 21. April im Künstler*innenhaus.

    Donnerstag, 21.04.22 im Künstlerhaus / Filmhauscafé (Austellungsbereich 1. OG Glasbau)

    Markus Ostermair liest aus seinem Roman ‚Der Sandler‘

    Einlass 19 Uhr / Beginn 20 Uhr

    Eintritt nur Abendkasse: 5 – 10€ (Zahl was du kannst)

    Einlass 2G und Maskenempfehlung, aber keine Pflicht.

    Mitpräsentiert vom Filmhaus Nürnberg und mit Büchertisch von der Buchhandlung Jakob

    In Der Sandler wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich gar nicht erzählt werden darf. Denn sie handelt von der Scham des sozialen Abstiegs – und diese Scham macht die Betroffenen schweigen. Der Sandler ist ein Roman, der Obdachlose ins Zentrum stellt und trotz aller Fiktion ein realistisches und vielschichtiges Bild ihres Alltags auf den Münchner Straßen vermittelt.

    »Das Schlimmste, was man beim Handaufhalten tun kann, ist, tatsächlich die Hand aufzuhalten. Da muss was dazwischen. Ein Hut, ein Kaffeebecher oder ein Stück Pappe, das auf dem Boden liegt.« (S. 123)

    Ein Roman über Reue, Ausgrenzung, fehlende und dann auch wieder überraschende Solidarität. Selten hat sich ein Roman so intensiv und kenntnisreich mit Obdachlosen auseinandergesetzt.

    Einer von ihnen ist Karl Maurer. Er mäandert durch die Stadt, besucht Suppenküchen und Kleiderkammern und manchmal wird er von den Bildern seines früheren Lebens eingeholt – von seiner Frau und seiner kleinen Tochter, der Zeit als Mathematiklehrer und dem Kind, das ihm vors Auto lief. Gleichzeitig durchstreift auch sein Freund Lenz die Stadt auf der Suche nach ihm. Lenz, ein Zettelschreiber und Utopist, spürt, dass es mit ihm zu Ende geht. Er will Karl seine unfertigen Notizen vermachen und, was noch viel wichtiger ist, den Schlüssel zu seiner Wohnung, die er geerbt hatte, in der er sich aber geweigert hatte zu leben.

    Lenz’ Tod ist ein Wendepunkt. Die Wohnung könnte Karls Chance sein, die diffusen, stets auf die lange Bank geschobenen Pläne, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, in die Tat umzusetzen. Auch Kurt, ein Haftentlassener, der stets den Angriff für die beste Verteidigung hält, merkt, dass er sein Leben ändern muss. Er sucht ebenfalls eine Bleibe, die er mit niemandem mehr zu teilen braucht.

    Der Sprachlosigkeit der Obdachlosen setzt Markus Ostermair eine Sprache entgegen, die nahe an ihr Leben heranführt, ohne dabei zu werten, zu romantisieren oder voyeuristisch zu sein.

    Foto von Fabian Frinzel

    Markus Ostermair, geboren 1981, lebt in München, wo er Germanistik und Anglistik studierte und freiberuflich als Schriftsteller, Texter und Übersetzer aus dem Englischen arbeitet. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema Obdachlosigkeit begann als Zivildienstleistender in der Münchner Bahnhofsmission. In seinem Debütroman Der Sandler beschreibt er mit einem großen Figurenpanorama den Alltag von Straßenobdachlosen. Der Roman erschien im September 2020 im Osburg Verlag, Hamburg, und wurde noch im selben Jahr mit dem Tukan-Preis der Stadt München ausgezeichnet. Im Oktober 2021 wurde ihm dafür zudem der Bayerische Kunstförderpreis in der Sparte „Literatur“ verliehen.

  • Radical Utopias #12 – Ending Fossil Fuels von Holly Jean Buck (online)

    Mittwoch, 05.01.22 online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #12

    Ending Fossil Fuels – Why Net Zero Is Not Enough
    von Holly Jean Buck

    Ablauf:

    20:15 Uhr eine Buchvorstellung hier auf Youtube. Anschließend laden wir dann zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link gibt’s gegen Ende der Buchvorstellung im Chat des YouTube-Clips. Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    Weltweit setzen sich Länder und Konzerne Netto-Null-Emissionsziele. Aber was, wenn diese Ziele erreicht werden? Es ist zu fürchten, dass Fossile Brennstoff-Konzerne weiterhin Milliarden Tonnen CO2 produzieren während sie sich auf eine symbiotische Industrie verlassen, um die Atmosphäre sauber zu schrubben.

    Sich auf die Emissionen zu konzentrieren lenkt Aufmerksamkeit vom tatsächlichen Problem ab: Dass Fossile Brennstoffe komplett beendet werden müssen.

    Diese Industrie wird nicht freiwillig aufhören; Regierungen müssen einschreiten. Holly Jean Buck schlägt einen 3-Stufen-Plan vor, mit dem der Ausstieg geschafft werden kann. Mit einer Politik rural-urbaner Koalitionen und Plattformregulierung kann die politische Kraft aufgebaut werden, die es braucht, die Fossile Brennstoff-Industrie zu verstaatlichen und ihre Ressourcen dafür zu verwenden, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu ziehen.

    Holly Jean Bucks After Geoengineering ist eins der wichtigsten Bücher zu Klimakampf und sie ist richtig gut darin, die politischen, sozialen, ökonomischen und technologischen Komplexitäten verständlich zu erklären und dabei nie den Blick aufs Eigentlich zu verlieren: Wie müssen wir uns sozial organisieren, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Deswegen sind wir sehr auf dieses Nachfolgewerk von ihr gespannt. Sie arbeitet derzeit als Assistant Professor of Environment and Sustainability at the University at Buffalo in Buffalo, New York und untersucht, wie sich Technologien zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf die Landschaften in den USA auswirken könnten und wie eine Politik zur Ausweitung der Kohlendioxid-Entfernung zum Nutzen der Gemeinschaft gestaltet werden kann.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

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  • Radical Utopias #12 – Die Macht der Plattformen von Michael Seemann

    Mittwoch, 01.09.21 online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
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    #11

    Die Macht der Plattformen
    Politik in Zeiten der Internetgiganten
    von Michael Seemann

    Ablauf:

    Am Veranstaltungstag gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung hier auf Youtube. Anschließend laden wir dann zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link gibt’s gegen Ende der Buchvorstellung im Chat des YouTube-Clips. Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    In die Die Macht der Plattformen – Politik in Zeiten der Internetgiganten arbeitet Michael Seemann heraus, wie die ganzen digitalen Plattformen von Facebook bis Spotify funktionieren, agieren und Zugänge regulieren oder verknappen. Aus der Erkenntnis, wie deren Macht entsteht, blickt er auf dann auf die Frage, wie sie vielleicht gebrochen und die Plattformen, die wir jetzt haben, durch etwas Besseres ersetzt werden könnten.

    Weit jenseits der stumpfen Technologiekritik, die sonst hierzulande so verbreitet ist, ist dieses Buch ein großartiger systemischer Überblick und inspirierender Aufschlag zum Weiterdenken.

    Michael Seemann alias mspr0 ist Kultur- und Medienwissenschaftler, der sich schon seit langem mit den Strukturen und Effekten digitaler Medien auseinandersetzt. Auch seinen Podcast “Planet B – Ideen für den Neuanfang” können wir Freund*innen von Radical Utopias auch ans Herz legen.

    Seemann lädt seine Leserschaft zur Analse ein und stellt dazu einen Werkzeugkasten mit vielen nützlichen Elementen bereit.
    Günter Hack, FAZ

    Seemann legt hier die notwendigen Grundlagen für eine wichtige Debatte, die uns noch lange beschäftigen wird.
    Felix Stalder, ZEIT Online

    »Die Macht der Plattformen« verbindet weitsichtige gesellschaftliche Überlegungen mit einem fundierten Wissen über die Plattformgeschichte.
    Katja Scherer, Deutschlandfunk

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

    Artwork: Philipp Dittmar von Complex Pleasures

  • Radical Utopias #10 – Medium Design von Keller Easterling | online

    Mittwoch, 30.06.21 online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
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    #10

    Medium Design
    Knowing how to work on the world
    von Keller Easterling

    Ablauf:

    Am Veranstaltungstag gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung hier auf YouTube
    Anschließend laden wir zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link dazu gibt’s dann im Chat des Youtube-Clips.
    Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    Medium Design (Verso, 2020/auf deutsch bei Merve, 2021) von der Architektin, Designerin und Autorin Keller Easterling ist das nächste Buch, das wir uns bei Radical Utopias vorknöpfen wollen, nicht zuletzt, weil Design ein Thema ist, über das hierzulande nur selten im politischen Kontext nachgedacht wird. Wir sind sehr gut darin, uns individuelle Objekte anzusehen – Gebäude, Waren, Ideen, aber wir sind sehr schlecht darin, zu sehen, wie sie verbinden und interagieren, sehen das Politische nicht räumlich. Wir suchen die eine richtige Antwort und versäumen, ein ganzes Spektrum potenzieller Ergebnisse zu sehen. Easterling wirft nicht mit radikalen Erneuerungen und eindeutigen Lösungen um sich, sondern ermutigt zu einer Art zu arbeiten und zu denken, die von kreativen Rekonfigurationen und Zusammenarbeiten geleitet ist. Wie lassen sich in einer Welt, die von Komplexität überwältigt ist, bessere Systeme entwerfen?

     

    ’This book spans the globe with a learned, wise, and ethical eye. It is an inventory of resources for finding hope amid the wreckage and potential among the problems. With pragmatist creativity it shows how dumb our smart solutions can be. Medium design is a vaccine against the superbugs of environmental degradation, economic inequity, and political fascism.’
    John Durham Peters, author of Promiscuous Knowledge

    ‘In a time, when one cannot wait for definite answers, Easterling brilliantly proposes a protocol to work on resilience in the interim. This might include unbuilding, reworking, ungrowing and rearticulating. Medium Design not only describes these protocols. It actually puts them into practice.’
    Hito Steyerl, author of Duty Free Art

    ’Easterling is one of our most provocative theorists of infrastructures and the critical actions that might make them better. Here she gives us ways to remix, radically, their ingredients. Who else could parse the “canine mind” of the canny designer and city-dweller to show that we already know how to break the deadlock formed by binaries and manipulative media loops? Read this immensely engaging book to find a new toolkit for infiltrating, occupying, and recasting the mediated and material world.’
    Caroline A Jones, Professor in the Department of Architecture, MIT

    “Medium Design actively works against popular culture’s hunger for simple solutions. While embracing a diversity of tactics for a diversity of crises, Easterling puts forward an expansive definition of ‘design’ that includes examples of systemic hacks like community land trusts and tactical refusals of market norms like social capital credits.”
    Ingrid Burrington, OneZero

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

     

    Artwork: Philipp Dittmar

  • Radical Utopias #9 – The Ministry For The Future von Kim Stanley Robinson | online

    Artwork Philipp Dittmar

    Mittwoch, 19.05.21 Online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
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    #9

    The Ministry For The Future
    von Kim Stanley Robinson

    Ablauf:

    Am Veranstaltungstag gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung auf YouTube und zwar hier: youtu.be/mauhE9I8cgw
    Anschließend laden wir zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link dazu gibt’s dann im Chat des Youtube-Clips.
    Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    Zum ersten Mal in unserer Reihe Radical Utopias nehmen wir uns einen Roman vor: Kim Stanley Robinsons The Ministry For The Future. Es ist ein höchstpolitischer Science Fiction, der eine Zukunft der Welt in der Klimakatastrophe beschreibt. Er spielt darin verschiedene Ansätze durch, wie Regierungen und einzelne Menschen darauf reagieren, schreibt von rutschenden Gletschern und angreifenden Ökoterroristen, der mächtigen Erdölindustrie und gelähmten Politiker*innen, Versuchen internationaler Kooperation, Bioterrorismus gegen Schlachthöfe und vielem mehr, und was für Lösungsversuche was für Folgen nach sich ziehen. Einer der Ansätze ist eben das Einführen eines den Vereinten Nationen unterstellten Ministeriums für die Belange zukünftiger Generationen, nach dem das Buch betitelt ist. Der Roman ist so nah dran an dem, wie es kommen könnte, und bietet eine tolle Vorlage, um über verschiedenste Szenarien der Zukunft in der Klimakatastrophe nachzudenken, dass es uns reizt, darüber mit euch zu sprechen.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

     

     

  • Radical Utopias #8 – Der Pilz am Ende der Welt | online

    Artwork Philipp Dittmar

    Mittwoch, 31.03.21 Online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #8:

    Der Pilz am Ende der Welt
    Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus
    von Anna Lowenhaupt-Tsing

    Ablauf:

    Am Veranstaltungstag gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung auf YouTube, Link posten wir hier kurz vorher.

    Anschließend laden wir zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link dazu gibt’s dann im Chat des Youtube-Clips.

    Wer sich anmeldet, kriegt die Links zugeschickt.

    Zum Buch:

    Ein Pilz namens Matsutake war das erste Leben, das sich nach der nuklearen Katastrophe in Hiroshima wieder regte. Einer der wertvollsten Speisepilze Asiens, der nicht nur in Japan, wo er Spitzenpreise aufruft, vorkommt, sondern auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet ist. Dieser stark riechende Pilz wächst bevorzugt auf von der Industrialisierung verwüsteten und ruinierten Böden und ist nicht kultivierbar. In ihrem kaleidoskopischen Essay geht die Anthropologin Anna Lowenhaupt-Tsing den Spuren dieses Pilzes sowie seiner biologischen und kulturellen Verbreitung nach und begibt sich damit auch auf die Suche nach den Möglichkeiten von Leben in einer vom Menschen zerstörten Umwelt. Sie erzählt Geschichten von Pilzsammler*innen, Wissenschaftler*innen und Matsutake-Händler*innen und öffnet einen neuen und ungewohnten Blick auf unsere kapitalistische Gegenwart. Das Beziehungsgeflecht um den Pilz herum wird zur Metapher für das Leben auf den Ruinen des Kapitalismus, das ein Leben in Beziehungen sein oder aber nicht sein wird.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

     

     

  • Neues Datum! – Radical Utopias #7 – Revolution für das Leben von Eva von Redecker | online

    Artwork Philipp Dittmar

    Mittwoch, 10.02.21 Online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #7:

    Revolution für das Leben
    von Eva von Redecker

    Ablauf:

    Am Veranstaltungstag gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung auf YouTube: www.youtube.com/watch?v=JoCINg9V9_s

    Anschließend laden wir zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link dazu gibt’s dann im Chat des Youtube-Clips.

    Zum Buch:

    „Revolution für das Leben“ von Eva von Redecker. In diesem Buch entwirft die Autorin eine Philosophie der neuen Protestformen in Zeiten der Krise. Black Lives Matter, Fridays for Future und NiUnaMenos kämpfen derzeit weltweit gegen Rassismus, Klimakatastrophe und Gewalt gegen Frauen. So unterschiedlich sie scheinen mögen, verfolgen diese Widerstandsbewegungen doch ein gemeinsames Ziel: die Rettung von Leben. Im Kern richtet sich ihr Kampf gegen den Kapitalismus, der unsere Lebensgrundlagen zerstört, indem er im Namen von Profit und Eigentum lebendige Natur in toten Stoff verwandelt, verwertet der Kapitalismus uns und unseren Planeten rücksichtslos. In autoritären Tendenzen und rassistischen Ausschreitungen, in massiven Klimaveränderungen und einer globalen Pandemie zeigt er seine verheerendsten Seiten.

    In den neuen Protestformen erkennt Eva von Redecker, die als Philosophin zu Fragen der Kritischen Theorie forscht, die Anfänge einer Revolution für das Leben, die die zerstörerische kapitalistische Ordnung stürzen könnte und unseren grundlegenden Tätigkeiten eine neue solidarische Form verspricht: Wir könnten pflegen statt beherrschen, regenerieren statt ausbeuten, teilhaben statt verwerten.

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

     

     

  • ENTFÄLLT: Die Burschenschaft: Sexualisierter Antisemitismus und deutsche Männlichkeit (online, mit Anmeldung)

    Dienstag, 08.12.20 18 Uhr online

    Wurde wegen Krankheit abgesagt.

    Die Burschenschaft: Sexualisierter Antisemitismus und deutsche Männlichkeit (Online mit Anmeldung)

    Vortrag von Veronika Kracher

    In der Reihe Feminismus oder Barbarei III, in Kooperation mit Das Schweigen durchbrechen

    Meldet euch für die Veranstaltung bitte unter schweigendurchbrechen@riseup.net an, damit ihr den Link zum Vortragsstream bekommt!

    Vortragsbeschreibung:

    „[Diederich Heßling] fühlte sich wohlig geborgen in dem Halbdunkel des niedrigen altdeutschen Lokals, mit den Mützen an der Wand, angesichts des Kranzes geöffneter Münder, die alle dasselbe tranken und sangen, bei dem Geruch des Bieres und der Körper, die es in der Wärme wieder ausschwitzten. Ihm war, wenn es spät ward, als schwitze er mit ihnen allen aus demselben Körper. Er war untergegangen in der Korporation, die für ihn dachte und wollte. Und er war ein Mann, durfte sich selbst hochachten und hatte eine Ehre, weil er dazu gehörte! Ihn herausreißen, ihm einzeln etwas anhaben, das konnte keiner!“
    (Heinrich Mann, „Der Untertan“)

    Diederich Heßlings, seines Zeichens Untertan, Vorläufer des deutschen Faschismus, Paradebeispiel des autoritären Charakters, Burschenschaftler: als Figur zwar eine Kreation Heinrich Manns, als Charaktertypus jedoch von so vielen deutschen Männern vertreten.
    Weder an diesen Männern, noch an der Institution „Burschenschaft“ hat sich seit der Veröffentlichung des „Untertans“ 1914 viel geändert. Nach wie vor ist der Männerbund (vor allem der schlagenden) Burschenschaft durch Elitedenken, Korpsgeist, die Abwertung des Weiblichen, Rassismus, Autoritätsgläubigkeit und Antisemitismus geprägt.
    Historisch gesehen spielen in der Ideologie der Studentenverbindung, die ihre einst demokratischen und freiheitlichen Wurzeln bereits zum Wartburgfest 1817 den gleichen Flammen übergaben, denen man damals schon die Werke jüdischer SchriftstellerInnen übergab, eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des modernen deutschen Nationalstaates, als auch damit einhergehend der ihm innewohnenden antisemitischen Ideologie sowie einer spezifisch deutschen Vorstellung von Geschlechtlichkeit.
    Bei dieser wird der stramme, deutsche und naturwüchsige Mann, wie er durch den archetypischen Burschen vertreten wird, dem effeminierten, impotenten Juden als Vertreter der pervertierten Moderne entgegen gesetzt; somit steht er stellvertretend für den nationalsozialistischen Kampf des deutschen Reiches gegen das internationale, kosmopolitische Jüdische.
    Zudem kann das homoerotische Begehren, welches dem Männerbund innewohnt, sich aufgrund internalisiertem Hass gegen alles als weiblich, zärtlich und somit schwach verstandene nur sadistisch artikulieren: gegen die Untergebenen in der Verbindung einerseits, gegen die pathische Projektion des effeminierten Juden andererseits. In beiden Fällen wird man durch die massenpsychologische Erfahrung des Kollektivs in seinem Denken und Tun bestätigt.

     

    Zur Referentin

    Die Publizistin und Autorin Veronika Kracher analysiert in ihrem Vortrag „Die Burschenschaft: Sexualisierter Antisemitismus und deutsche Männlichkeit“ die historische Entstehung von Burschenschaften, setzt sich auf sozialpsychologische Art und Weise mit dem Männerbund und der ihm inhärenten Ablehnung des weiblichen Auseinander und erläutert, wieso das Bild einer spezifisch deutschen Männlichkeit als solches von Grund auf antisemitisch konnotiert ist.

     

    Allgemeines

    Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Feminismus oder Barbarei III“. Infos zur gesamten Reihe, Kinderbetreuung und dem Ablauf findet ihr unter: dasschweigendurchbrechen.wordpress.com

  • Radical Utopias #6 – The Terraforming von Benjamin Bratton | online

    Mittwoch, 25.11.20 Online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #6:

    The Terraforming
    von Benjamin Bratton

    Gratis-Ebook:

    Ablauf:

    Am 25.11.20 gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung hier auf YouTube.

    Anschließend laden wir zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link dazu gibt’s dann im Chat des Youtube-Clips.

    Wenn du dich anmeldest, schicken wir dir die Links aber auch gern kurz vor der Veranstaltung zu : sigh@evemassacre.de oder telegram.me/evemassacre

    Zum Buch:

    Das Buch The Terraforming ist gleichzeitig Manifest und das Programm des Postgraduierten-Programms, das Benjamin Bratton am Strelka Institut führt. Es erklärt, dass wir eine kopernikanische Wende brauchen: diesmal weg von einem Blick, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht, hin zu einem technologisch unterstützten planetaren Blick. “Terraforming,” das Verändern des Ökosystems eines Planeten, bezieht sich dabei sowohl auf das Terraforming, das auf der Erde über das letzte Jahrhundert, das Anthropozän, im Laufe der Urbanisation stattgefunden hat, als auch auf eine planetare Designinitiative für das nächste Jahrhundert, die nötig ist, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken.

    Benjamin Bratton ist ein multi-disziplinärer Forscher, vor allem in Philosophie, Design und Technologie, aber auch in Soziologie, Städteentwicklung, und Umweltthemen. Grundlegend geht’s ihm darum, Denkkonzepte zu entwickeln, mit der die hochtechnologisierte Welt besser verstanden werden kann. Seit ein paar Jahren betreut er am Strelka Institut in Moskau ein Postgraduate Programm, das interdisziplinär und international über die planetare urbane Zukunft nachdenkt.

    Brattons Kritik gilt u.a. der derzeitigen computergestützen Praxis, weil sie viel zu personalisiert, auf Individualisierung ausgerichtet ist. Das zeichnet sogar die Kritik daran aus, die im Namen von Privacy geführt wird. Stattdessen brauchen wir systemischere Datensammlungen, einen systemischeren Blick auf den Planeten.

    Das Buch ist in Deutschland nicht in Printform erhältlich, aber als Gratis-Ebook. Mehr Infos zum The Terraforming Programm gibt es hier auf der Strelka-Website. Ein 6-teiliges Webinar von Bratton zum Buch gibt es hier auf YouTube.

     

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.

     

     

  • Radical Utopias #5 – The End of Policing von Alex Vitale | online

    Mittwoch, 21.10.20 Online

    Radical Utopias

    Training For A Complicated Future

    Reihe für Buchvorstellungen und utopische politische Diskussionen mit Tobi Lindemann und eve massacre
    Radical Utopias Telegram-Channel: und Website:

    #5:

    The End of Policing
    von Alex Vitale

    Ablauf:

    Am 21.10.20 gibt’s um 20:15 Uhr eine Buchvorstellung auf YouTube, hier der Link.
    Anschließend laden wir dann zur gemeinsamen Diskussion auf Zoom ein. Den Link dazu gibt’s dann im Chat des Youtube-Clips.
    Wenn du dich anmeldest, dann schicken wir dir die Links aber auch gern kurz vor der Veranstaltungzu : sigh@evemassacre.de oder telegram.me/evemassacre

    Zum Buch:

    In den letzten Jahren kam es zu einer explosionartigen Zunahme von Protesten gegen Polizeibrutalität und Repression, am dramatischsten in den USA. Unter Aktivist:innen, Journalist:innen, und Politiker:innen konzentrierte sich die Diskussion darüber, wie zu reagieren und die Polizeiarbeit zu verbessern sei, auf die Themen Rechenschaftspflicht, Diversity, Ausbildung und Beziehungen zur Gemeinschaft. Leider werden diese Reformen weder allein noch in Kombination zu Resultaten führen. Der Kern des Problems muss angegangen werden: das Wesen der modernen Polizeiarbeit selbst. “Broken Windows” Praktiken, die Militarisierung der Strafverfolgung, und die dramatische Ausweitung der Rolle der Polizei in den letzten 40 Jahren haben ein Mandat für Polizeibeamte geschaffen, das zurückgenommen werden muss.

    Dieses Buch versucht, eine öffentliche Diskussion anzuregen, indem es die verdorbenen Ursprünge der modernen Polizei als Instrument der sozialen Kontrolle aufdeckt. Es zeigt, wie die Ausweitung der Polizeiautorität im Widerspruch zur Stärkung der Gemeinschaft, zur sozialen Gerechtigkeit, und sogar zur öffentlichen Sicherheit steht. Alex Vitale, der sich dabei auf bahnbrechende Forschungsarbeiten aus der ganzen Welt stützt und praktisch jeden Bereich des immer breiteren Spektrums der Polizeiarbeit abdeckt, zeigt, wie die Strafverfolgung genau die Probleme verschärft hat, die sie eigentlich lösen sollte.

    Im Gegensatz dazu gibt es Orte, an denen die konsequente Umsetzung von Alternativen zu Polizeiarbeit – wie Legalisierung, opferorientierte Justiz und Schadensminderung – zu einer Verringerung von Kriminalität, Ausgaben und Ungerechtigkeit geführt hat. Die beste Lösung für schlechte Polizeiarbeit könnte ein Ende der Polizeiarbeit sein.

    Alex S. Vitale ist Soziologieprofessor am Brooklyn College der City University of New York. Dort leitet er das Policing and Social Justice Project. Er forscht seit über 25 Jahren zum Thema Polizei. Sein Buch The End of Policing ist 2017 bei Verso erschienen.

     

    Die Reihe Radical Utopias:

    Die Zukunft sah schon mal rosiger aus: Klimakatastrophe, immer neue Extremformen des Kapitalismus, das Erstarken der Rechten, inhumane Flüchtlingspolitik, neue Pandemien – wir sind nur noch mit Aufklärung und Dagegenhalten beschäftigt, während Dystopien sich großer Beliebtheit erfreuen. Frust ist allgegenwärtig, aber nicht nur das, wir verlernen auch, große positive Zukunftsentwürfe zu wagen. Dabei gilt doch nach wie vor: Wir können nur erkämpfen, was wir uns vorstellen können.

    In unserer neuen Veranstaltungsreihe wollen wir faszinierende Denker*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen vorstellen, die sich trauen, radikal utopisch zu denken. Die Debatte, von der sie ein Teil sind, findet in Deutschland viel zu wenig statt und die Bücher, die wir superspannend finden, erscheinen bei uns meist erst mit langer Verspätung in deutscher Übersetzung. Es sind Bücher des unkonventionellen, kritischen, und radikalen zukunftszugewandten Denkens. Ihnen ist diese Reihe gewidmet, in der wir für eine bessere Zukunft „trainieren“ wollen.

    Wir wollen uns an jedem der Radical Utopia-Abende einem Buch widmen, das ihr nicht gelesen haben müsst. Wir werden in die Themen des Buches einführen, es vorstellen und ein paar Worte zu den Autor*innen sagen. Und danach wollen wir mit euch darüber sprechen, diskutieren, anknüpfen, weiterdenken. Wenn Ihr Lust habt, das Buch vorab zu lesen: umso besser, das wird die Diskussion natürlich sehr bereichern! Zwingend notwendig ist es aber nicht.

    Die Hosts:

    Wir – Tobias Lindemann und eve massacre – sind beide leidenschaftlich an progressiver linker Politik und Kultur, an Lesen und Rumtheoretisieren interessiert, aber kommen nicht aus dem akademischen Bereich, sondern stehen für lustvollen, anarchischen Wissenserwerb, der auch mal respektlos und hemmungslos sein kann, und sich nicht im Abstrakten verliert.