Schlagwort: Nürnberg

  • PornoPop – Paula Villa

    Donnerstag, 27.06.19 Kantine

    PornoPop

    Weibliches Empowerment in der popkulturellen Gegenwart
    Vortrag von Paula Villa

    In der Reihe Popgesellschaft
    Im Anschluss Bar-DJing

    Einlass 19:30, Beginn 20 Uhr, Eintritt gegen Spende

    Das »Bemächtigungsimperativ« (Bröckling 2004) ist die Textur der Gegenwart. Und tatsächlich ist in neoliberalen Zeiten nichts so verwerflich wie ›Opfer-Sein‹. Egal also, was und wer man ist, Hauptsache man ist dies selbstermächtigt und selbstbewusst. Gerade für junge Frauen muss es daher doch enorm verlockend sein, aus der sexistischen Not eine erfolgsträchtige Tugend zu machen und ihre Selbstpornografisierung als handlungsmächtiges Empowerment zu begreifen und zu inszenieren. Das wäre  im übrigen eine traditionsreiche »weibliche List der Ohnmacht« (Honegger/Heintz 1992), deren Genealogien weit reicht, von den Kurtisanen der vormodernen Herrscher, über Josephine Baker und Mae West, Madonna, viele Frauen im HipHop und womöglich den neuen feministischen Alphamädchen, die »Knaller-Sex für Alle« fordern (Haaf/Klingner/Streidl 2008, S. 63). Kurzum: Wenn Du schon nichts ›werden‹ kannst, so mach aus jeder Not noch eine vermeintliche Tugend und biete selbstermächtigt Deinen Körper zur Lust an. Noch kürzer: Besser ficken als gefickt werden. Körpereinsatz im Dienste der Ich-AG, auch so kann Feminismus heute aussehen. Der Vortrag geht diesen Formen entlang von Beispielen aus der Populärkultur nach und diskutiert dabei Ambivalenzen und Dilemmata moderner Emanzipation.

         

    Paula-Irene Villa (Dr.rer.soc.) ist Professorin für Soziologie und Gender Studies an der LMU München. Sie lehrt und forscht zu soziologischen und Geschlechter-Theorien, Biopolitik / Verkörperungen, Care, Populärkultur und Politik.

    Neben ihren zahreichen Veröffentlichungen (hier z.B. ein Auszug vom Transcript-Verlag) ist ihre Stimme auch immer wieder zu aktuellen Diskussionen in den Medien (von SZ und DIE ZEIT bis FAZ, von Missy Magazin bis DLF u.v.m.) zu hören, wo sie immer wieder großartig erklärend und differenzierend die Schärfe aus polarisierend-zugespitzten Themen nimmt – wider den „positionalen Fundamentalismus„.

    Wenn ihr Lust habt, vorher schon mal was von ihr zu lesen, können wir z.B. auch hier „The Sargnagel talks back“ in der Missy empfehlen, wo sie sich in Replik auf einen EMMA-Text ausführlich mit Vorurteilen gegen Gender Studies auseinandersetzt.

    Wir freuen uns sehr auf ihren Abstecher in die Kantine!

  • MESSER + INFUSO GIALLO – verlegt in die DESI!

    Donnerstag, 31.10.19 DESI

    MESSER

    Post-Punk – »Anorak Tour«

    INFUSO GIALLO

    Krautronica, Moog-Exotica, Clubmusik

    Achtung! Aufgrund des Feuers in der Kantine muss das Konzert in die DESI verlegt werden! Bitte weitersagen, teilen usw.! Wir danken der DESI schon mal für diese Unterstützung!
    Wir danken auch Das Schweigen durchbrechen, die am selben Abend einen Vortrag in der DESI haben, uns aber trotzdem mit ermöglichen, das Konzert dort zu machen.

    Einlass 21:00, Beginn 21:30 Uhr
    Eintritt: Abendkasse: Zahl was du kannst zwischen 15 – 18 €, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 15 €
    Präsentiert von DIFFUS, BYTE.FM und RADIO Z

       

    Messer sind wieder da. Nach dem schweren, dunklen Album »Jalousie« von 2016 ging die wieder als Quartett spielende Band an die Arbeit zu ihrer mittlerweile vierten Platte, die ein paar neue Wendungen nimmt – doch das ist Zukunftsmusik, das Album erscheint zu Beginn des nächsten Jahres. Die Songs gibt es jedoch schon, eine Single mit zwei neuen Stücken erscheint schon bald auf dem Hamburger Label Trocadero, kurz nach dem zweiten Roman von Sänger Hendrik Otremba. Und der bringt die neue Musik dann gemeinsam mit Pogo McCartney, Milek und Philipp Wulf im Zuge einer kleinen Herbst-Tour auf die Bühnen.

    »Anorak«, die A-Seite, zeigt eine neue Seite der Band, der dubbige Song setzt mehr denn je auf Groove, legt sogar ihre Reggae-Affinität offen, während die B-Seite mit »Die Furcht (Theme 1)« eine andere, verschlossenere Facette aufzeigt und zugleich den immer schon präsenten Hang zu sphärischer, elektronischer Musik betont. Die neuen Klänge von Messer wirken insgesamt ein Stück weit einladender, vielleicht, weil durch die zahlreichen Variationen der Zwischentöne eine größere Gefühlswelt entsteht, als man das von der 2010 gegründeten Gruppe bisher gewohnt war. Bei all dem bleibt der energetische Ausgangspunkt der Entwicklung erkennbar – und um den ist es bei Messer immer schon insbesondere auf ihren Konzerten gegangen.


    Die Abende einleiten wird Infuso Giallo, dessen Sound von der Expertenschaft treffend als »Krautronica« bezeichnet wird. Seine hochgelobte Debüt-12″ »Ode to Sanseviera«, die Ende 2017 beim Kölner Label Kame House erschienen ist, bahnt sich zielsicher ihren Weg durch einen dichten Nebel aus Moog-Exotika, New Age und Clubmusik. Weitere Veröffentlichungen sollen bald folgen.

  • NADJA + FLORIAN VON AMELN – Achtung, in den Z-Bau verlegt!

    Donnerstag, 17.10.19 Z-Bau, Roter Salon

    NADJA

    Ambient-Doom Duo (Kanada)

    FLORIAN VON AMELN

    Ambient, Drone, Field Recordings, Experimental (Nürnberg)

    Achtung! Aufgrund eines Brandanschlags muss das Konzert in den Z-Bau verlegt werden! Bitte weitersagen, teilen usw.! Wir danken dem Z-Bau schon mal für diese Unterstützung!

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr
    Eintritt: Zahl was du kannst zwischen 11 – 14 €

    Foto: Ana Petrovic

    NADJA ist das Duo des Multiinstrumentalisten Aidan Baker und der Bassistin Leah Buckareff, das schon seit 2005 aktiv ist. NADJA wird als eine der Vorläuferbands der Genres ‚Drone Doom‘ oder ‚Metalgaze‘ verehrt. NADJAs heavy, atmosphärische Musik verwebt die Dunkelheit und das Volumen des Doom Metal und Industrial mit den Texturen und Melodizismen des Shoegaze und der Ambient und elektronischen Musik.

    NADJA hat zahlreiche Alben auf vielen verschiedenen Undergroundlabels veröffentlicht – Alien8 Recordings, Daymare Records, Essence Music, Hydrahead Records, Gizeh Records, und Important Records, um nur ein paar zu nennen – und tourte ausgedehnt mit Performances in Europa, Japan, Russland, Australien, Neuseeland, und Nord- sowie Südamerika, darunter Auftritte auf Festivals wie SXSW, FIMAV, Roadburn, Le Guess Who, Incubate und Unsound.

    Außerhalb von NADJA ist Aidan Baker auch als Autor und als Solomusiker aktiv, und performt mit verschiedensten Gruppenprojekten, deren Musik von Drone-Jazz bis Space-Rock reicht. Aidan Baker hat etliche Soloalben veröffentlicht und ist der Autor von vier Gedichtsammlungen.

    Leah Buckareff ist ebenfalls mit diversen mit Papier und Buch verbundenen künstlerischen Projekten aktiv, darunter The Lesen Lounge, eine mobile Zine Bibliothek, und Pulp Papier, ein Importeur von handgemachtem japanischen Papier.

    Ursprünglich aus Toronto, Kanada, lebt das Duo heute in Berlin.


    Foto: Elisabeth Thoma

     

    Fast zwei Jahre hat Florian von Ameln (Muzan Editions, Eilean Rec.) seine Ambient Projekte pausieren lassen. Jetzt kehrt er mit einem neuen Programm auf die Bühne zurück. Auf einer Linie mit seinen früheren Arbeiten wird auch 2019 die Verschmelzung von Akustischen, Elektronischen und Elektroakustischen Instrumenten mit Field Recordings und Rundfunkaufnahmen zu einem akustischen Gesamtwerk im Vordergrund stehen.

  • CESCHI – entfällt!

    Leider hat CESCHI den Großteil seiner Juli-Tour abgesagt. Darunter auch dieser Termin. Wir hoffen, die Show irgendwann nachholen zu können.

    Donnerstag, 18.07.19 Kantine

    CESCHI

    Indie-Rap, HipHop, Folkpunk (Fake Four Inc, USA)

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr

         

    Ceschi (aussprache: chess-key) Ramos ist eigentlich ein Ein-Personen-Orchester, aber kommt diesmal mit Band auf Tour. Oftmals bewaffnet mit nicht mehr als einer Gitarre, einem Laptop und seiner Stimme, zehrt Ceschi von der Summe der Erfahrungen seiner Inhaftierung wegen Marihuanabesitz, dem Tod vieler seiner Freunde, die wegen tragischen Umständen ums Leben kamen, Rassismuserfahrungen und er spielt Konzerte in der ganzen Welt. Von ruhigen Indiefolk, roughem Folkpunk, bis zu Rap und beides immer mit DIY-Punk Attitüde.

    Er hat in Amerika, Europa und Japan mit Independent Hip-hop-helden wie WHY?, Myka 9, Busdriver, milo, Sage Francis, Cage, Open Mike Eagle, Astronautalis, Awol One, Sole und Onry Ozzborn getourt, gründete schließlich sein eigenes Label Fake Four, Inc., auf dem viele dieser Künstler ein Zuhause fanden (Astonautalis, Open Mike Eagle, uvm.).

  • Feministisch Biertrinken 7 – entfällt

    Mittwoch, 22.5.19

    FEMINISTISCH BIERTRINKEN 7 – entfällt!

     

    Muss leider wegen zuviel anderem Stress entfallen. :'(

     

    Bar DJing und (queer-)feministische Textbeiträge und Rumhängen mit Amelie, Pola Ruin, Lisa Neher, eve massacre, not_betty und friends.

    Ab 20 Uhr, Eintritt ist frei.

     

  • DANCING WITH TEARS IN MY EYES

    Freitag, 17.05.19 Kantine

    DANCING WITH TEARS IN MY EYES

    Die famose 80er-Fete vom Musikverein ist zurück!
    DJs: sos4love, Synthie&Bert, eve massacre

    23 – 5 Uhr
    Eintritt: Zahl was du kannst zwischen 6 – 9€

    Ghettoblaster aufgedreht? Schulterpolster zurecht gerückt? Owners of a lonely heart, tonight we wanna dance with somebody, heaven’s gonna be a place on earth because nobody can stop us now. Also get out of your dreams, get into the 80s im Zentralcafé! We’re through being cool! Let’s dance!
    DANCING WITH T.I.M.E.!

  • Blaue Nacht: Hölle? Hölle, Hölle, Hölle!

    Samstag, 04.05.19 Kantine

    Blaue Nacht

    Hölle? Hölle, Hölle, Hölle!

    Ab 21 Uhr

    „Hölle? Hölle, Hölle, Hölle!“ lautet das Zitat eines großen deutschen Künstlers, das der musikverein für seinen Beitrag zur Blauen Nacht als Konzept aufgreift. Malle goes Noise und Rap und Pop und Deconstructed Dancefloor. „Sangria“ kommt von „Aderlass“ und „Limbo“ ist ein Kreis der Hölle. Kritische Soundexperimente treffen auf ein Stahlbad voll Fun mit lokalen Künstler*innen: Live Acts, Installationen, DJs. So ein Wahnsinn.

    Mit: Franz-Josef Kaputt (Otomatik Muziek), double u cc (Trouble in Paradise), Tobi Lindemann (Salon der unerfüllten Wünsche, Noris ohne Mauer) und vom musikverein: Philip Manthey, Amelie und eve massacre.

    Artwork nach einer Idee von Tobi Lindemann
    Künstlerisches Konzept: eve massacre

  • HERE

    Samstag, 25.05.19 Kantine 

    HERE

    House, Disco, Techno
    DJs: Eve Massacre, Ramshackle

    23–5 Uhr
    Eintritt: 6-8€

    Uplifting Dancemusic im Schein der Discokugel! Träumen von nie erlebten und gesehenen Sehnsuchtsorten wie den opulenten Discos der 70er und 80er oder den überdrehten britischen Raves der 90er.
    Bässe hüpfen und Synthies quieken während sich ein sanfter Kitsch-Schleier über den Dancefloor der Kantine legt.

    Euphorie statt Dystopie!

  • Die linke Party

    Samstag, 27.04.19 Kantine

    DIE LINKE PARTY

    Antifaschistische Soliparty zugunsten des revolutionären 1.Mai Bündnis

    23-5 Uhr
    Eintritt: Spende 3-7€

    Wir feiern mal wieder eine Party und ihr seid alle eingeladen: Spione des Mossad, Spione des FSB, Spione aller Arten. Spinner wie wir, interessierte Menschen wie wir.

    Die linke Party und der Musikverein spenden die Eintrittseinnahmen für jede Party an ein vorher von den InitiatorInnen ausgesuchtes politisches oder soziales Projekt. Dieses Mal werden die Eintrittseinnahmen an das revolutionäre 1. Mai Bündnis gespendet.

    Die DJs der linken Party legen alles zwischen technopunkzeckenraptrap auf, außerdem sind fantastische Gast-DJs angefragt.

    Refugees Welcome!

  • Feministisch Biertrinken 6

    Sonntag, 14.4.19

    FEMINISTISCH BIERTRINKEN 6

    Bar DJing und (queer-)feministische Textbeiträge und Rumhängen mit Amelie, Pola Ruin, Lisa Neher, eve massacre, not_betty u.a.

    Ab 20 Uhr, Eintritt ist frei.

    Playlist vom vorletzten Mal:

     

  • TROUBLE IN PARADISE

    Samstag, 06.04.19 Kantine

    TROUBLE IN PARADISE:
    Odoriferousness In Paradise

    Feminist Clubbing mit Trap, Grime, Bass Music, Techno + Visuals und mehr

    23-5 Uhr
    Eintritt:

     

    Wie riecht eigentlich die Nacht? Nach der Zigarette vor dem Club, der ersten Weinschorle, die über deine Hand läuft, dem feinen Schweiß unter deinen Achseln oder den Haaren, dieser Person, die dir schon den ganzen Abend gegenüber tanzt?

    Trouble in Paradise will mit eurem Geruchssinn spielen und euch in eine rauschende Wolke aus süßen Düften und schweren Beats hüllen. Neben den everlasting trouble girls werden auch die Neuzugänge ihre Parfüm-Flakons und DJs Sets füllen und euch in Ohren und Nasen kriechen. Does this smell like girl spirit?

    TIP ist ein feministisches female* DJ, VJ und Künstler*Innen Kollektiv aus Nürnberg, das 2014 gegründet wurde. TIP will feiern und kämpfen zugleich: Für bessere Verhältnisse in der Clubwelt und für mehr Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen in der Musikszene. Neben der festen Kerngruppe, arbeitet TIP zusätzlich mit einer Vielzahl an externen Künstlerinnen* zusammen, die uns bei Plakatdesign, Videoerstellung, Visuals, Partygestaltung und musikalisch als Artist unterstützen.

    Die Veranstaltungen werden dementsprechend multidisziplinär gedacht und verbinden verschiedene Kunstformen miteinander, um unseren Vorstellungen eines alternativen und kreativen Gesamten Ausdruck zu verleihen. Jede Künstlerin* im Kollektiv hat ihren eigenen Sound, ihre eigene Kreativität und ihre eigene visuelle Vision und so sorgen die unterschiedlichen Konstellationen für abwechslungsreiche und besondere Abende. TIP soll als Raum und Anstoß der Selbstentfaltung verstanden werden. Musikalisch bewegen sich die DJs in einem breitgefächerten Raum zwischen Trap, Grime, Dance und Bass Musik, experimentieren aber gerne auch mit düsterem Drone, Ambient oder werden technoid. Abseits von Clubnächten arbeitet das Kollektiv ebenso politisch wie künstlerisch. Wir veranstalten Festivals, Podiumsvorträge, Workshops zu Themen wie Bodypositivity, female clubbing, Empowerment und beteiligen uns am Diskurs über Frauen in der Musikwelt.

    Unsere Vision: Wir möchten auf unseren Partys und Veranstaltungen einen Raum zum Austausch und Vernetzung schaffen. Gemeinsam können wir eine Clubkultur erschaffen in der Anti-Feminismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie keinen Platz hat.

  • DRAMA

    Sonntag, 21.04.19 Kantine

    DRAMA

    #communityrave
    Bass Music, Techno, House + some crazy shit

    DJs: MAUNZ + eve massacre

    Live Set: Magic Meru

    23-5 Uhr
    Eintritt: 6-8€

    DRAMA is jus your basic lil community clubbing experience from the block.
    At DRAMA safe space meets radical urban club culture.

    #hybridsoundsforhybridpeople #post-borders #post-binary #post-genre-clubbing #rave

  • MAULGRUPPE + LEIDEN

    Mittwoch, 12.06.19 Kantine

    MAULGRUPPE

    Neue Band um Jens Rachut (Kommando Sonne-nmilch, Alte Sau, u.a.) mit (Post-)Punks von Yass / Ten Volt Shock / Kurt

    LEIDEN

    DHL-Indie-Punk aus Nürnberg

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr
    Eintritt: Abendkasse: 15€, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 12€

    MAULGRUPPE ist ein Bandprojekt um JENS RACHUT, bei dem die Noise- und Post-Punk-Wissenschaftler aus dem schwarzwäldischen Wirkungskreis von YASS, TEN VOLT SHOCK und KURT involviert sind. Als wären ALTE SAU, NUCLEAR RAPED FUCK BOMB und KOMMANDO SONNE-NMILCH als Explosionszeichnung erst auf einem Tisch verteilt und dann zu einem dunkelgrauen Electro-Wave-Monolithen neu verschmolzen worden, findet sich hier lange Vertrautes unter ganz neuen Vorzeichen. Stoisch treibende Rhythmen, Gitarren und Keyboards, die sich umschlingen und gegenseitig erdrosseln und lange Hallfahnen schaffen eine neue Bühne für die RACHUTsche Dramatik – paranoiden, auf Loop- und Riff-Strukturen basierenden düster-dichten Elektropunksongs vom Feinsten…

    Das Debutalbum der neuen Rachut Band Maulgruppe „Tiere in Tschernobyl“ erscheint Ende März 2019 auf dem Major Label.

     

    LEIDEN sind drei Typen mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, die krachige Melodien machen. Mit Hummeln im Arsch und dem Herzen auf der Zunge – hängen geblieben zwischen Muff Potter, den Nerven und einer Menge Kindheitsträume. Wenig Ansagen, viel Verzerrer und ein stures Schlagzeug. Ein Freund nennt es DHL-Punk – schlecht bezahlt und selten pünktlich.

  • BIG‡BRAVE + MY DISCO

    Donnerstag, 16.05.19 Kantine

    BIG‡BRAVE

    Minimalistischer Avant-Rock, intensiver Heavy-Drone/Doom/Sludge-Rock. Raum, Lautstärke, rohe Emotionen. (Southern Lord Rec., Montreal)

    MY DISCO

    Folterkammer-Ambient. Metallische Industrial-Percussion trifft mit wuchtig-bassigen Drones mitten in die Magengrube (Downwards Rec., Australien)

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr
    Eintritt: Abendkasse: Zahl was du kannst zwischen 13-17€, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 13 €

    Seit 2012 gibt es BIG‡BRAVE schon, eine Band aus Montreal, die für wahrhaft schwergewichtigen Zeitlupen-Rock steht, für Sludge, Minimalismus, Slowcore, irgendwo Richtung GODSPEED! YOU BLACK EMPEROR, SHELLAC und SWANS. Heavy experimental Rock von Leuten, die schon auch das Feingefühl für doomige Drones und ausgefeilte Feedbackorgien haben.

    Neben doomiger Rhythmik, grollenden Drones und beißendem Gitarrenfeedback als integralem Bestandteil des Klangspektrums sticht vor allem die Stimme von Robin Wattie hervor und macht den Sound von BIG‡BRAVE so unverwechselbar. Diese arbeitet mehr mit Ausdruck und Emotion denn mit klassischen Melodielinien, was auf der einen Seite in ihren introvertierteren, fast lieblichen Momenten einen spannenden Kontrapunkt zur dystopischen Instrumentierung darstellt, sich aber insgesamt absolut harmonisch in den eher atonalen Sound der Band einfügt.

    Ohnehin spielt Dynamik bei ihnen eine kritische Rolle: mal dominiert das zäh und stoisch groovende Schlagzeug, mal frönen die Gitarren solistisch ausufernden Drones, bis wieder die Vocals im Zentrum des Geschehens stehen – und alles das, ohne sich davor zu scheuen, auch Stille ihren Platz einzuräumen. BIG‡BRAVE erforscht die Möglichkeiten wie eine Band klingen kann, während sie konstant den Charakteristika von Songstruktur und -form widersteht – spektakulärer, invertierter Rock, der um einige Größenordnungen fetter klingt, als man es einem Trio zutrauen würde.

    Im Mai kommt auch ein neues Album und wir können’s kaum erwarten.

    photo: Rachel Cheng

    „BIG|BRAVE are big and oceanic, their music flowing and crashing like waves…Robin
    Wattie’s clear, piercing vocals, which occupy an emotional zone right at the point between
    ecstasy and abject despair.“ – PITCHFORK

    „BIG | BRAVE have somehow made a ruthlessly loud record that is also fascinating, and
    consistently elegant.“ – DROWNED IN SOUND

    MY DISCO sind als unglaublich wuchtige Liveband bekannt, die Definition von körperlichem Konzerterleben. Präzision und Minimalismus prägen ihre Herangehensweise. Erinnerte ihr früheres Schaffen an eine Art minimalistischere SHELLAC (Albini produzierte auch die vergangenen Alben), antirockistischen Präzisions-Postpunk, haben sie nun mit ENVIRONMENT ein neues Album geschaffen, das konsequent ihr Erforschen von Raum in der Musik fortschreibt, aber den Rock beiseitelegt und eher an RAIME als an SHELLAC denken lässt: Wabernde Soundwände, zerklüftete Industrial-Sounds, bis auf die Knochen nagende basslastige Drones, düsterer Folterkammer-Ambient, scharfkantig und dissonant, fiebrig glühende Synthieverzweiflung und kalte metallische Percussion. Eine meisterhafte Entführung ins Zentrum eines Sturms.

  • REPETITOR + BLIND BUTCHER

    Mittwoch, 26.06.19 Kantine

    REPETITOR

    Garage-Rock / Post-Punk, Belgrad

    BLIND BUTCHER

    Elektrisierender Rock’n’Roll Trash! Kann Spuren von New Wave, Post-Punk und Krautrock enthalten.

     

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr
    Eintritt: Abendkasse: Zahl was du kannst zwischen 10 – 13 €, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 10 €

    REPETITOR sind die Garage-Rock / Post-Punk-Überflieger aus Belgrad. Und Repetitor ist der beste Beweis dafür, wie sich die hoch energetische Musikkultur des Balkans mit den Säulenheiligen westlichen Alternative Rocks und Indie Punks (Mudhoney, Fugazi, Sonic Youth, Pixies, early Nivana, Black Sabbath und Suicide) vereinen lässt: mit zwei Alben und drei Europa-Touren seit 2008 hat sich das Power-Trio als eine der wildesten und energetischsten Bands des Balkans etabliert. John Robb sagte (auf Louder than War), Repetitor seien eine der besten Live-Bands, die er in der letzten Zeit gesehen hat – und wer sich an den bass-heavy Wall-of-Sound seiner Band The Membranes erinnert, wird verstehen, welche Furchen Repetitor dazu geschlagen haben müssen.

    Zusammen mit Bands wie Savages, Metz, Thee Oh Sess, Girl Band, Future of the Left, A Place To Bury Strangers oder Fat White Family beweisen sie das der vielfach totgesagte Rock n Roll auch im Jahr 2019 noch den Soundtrack der Gegenkultur liefern kann.

    photo: D. Rajic

    »They make you fall in love with guitar rock all over again and are arguably the best guitar band on the planet right now. They are the 21st Century Nirvana who have come to save rock.« (John Robb, Louder Than War)

     

    »Easily the most exciting band I saw during the whole festival were Serbia’s Repetitior, a noise-core trio in the METZ mould, only rawer, louder and five times as furious… « (Marc Burrows, Drowned In Sound)

     

    »It´s chaotic and they are angry – not in a faking it for the music kind of way, they are really fucking angry.« (Lauren Down, The Line of Best Fit)

     

    »Looking ahead and taking stock, Repetitor have made a timeless rock record, timeless like Unknown Pleasures, or Underwater Moonlight, or Kick out the Jams, or Fresh Fruit…« (Richard J. Foster, Louder Than War)

     

    Die große Kunst der Reduktion: BLIND BUTCHER ist ein abstrakt musikalisches Duo aus Luzern (Schweiz) in Glitter-Leggings und einer irritierenden Post-Punk-Attitüde. Sie bedienen sich seit ihrer Gründung 2010 unerschöpflich an Rock’n’Roll, New- und No Wave, Suicide-Disco, Punk, Blues, Kraut Rock, NDW oder Country und kreieren so ihren ganz eigenen Disco Trash Sound, der einzigartiger nicht sein könnte. 2014 ist ihr Erstling erschienen (produziert von Steve Albini im Electrical Audio Studio in Chicago) und seither spielten sie unzählige Konzerte in der Schweiz und in Europa.

    Neben BLIND BUTCHER spielen beide noch in diversen Nebenprojekten (Pierre Omer, the Shit, Grey Mole) oder produzieren Film und Theater Musik. „Die Brücke über den Fluss“ (Jadwiga Kowalska 2016) „Undine – Die kleine Meerjungfrau“ am Luzerner Theater (Claudia Brier 2015).

    Für Voodoo Rhythm Records haben sie das Album „ALAWALAWA“ eingespielt und haben ihren Verstand komplett verloren, kreieren ein debiles unangepasstes neues Musikuniversum, gesungen in Englisch, Deutsch oder Kauderwelsch – die Musik einer Generation, die sich frei gestalten will, ohne Grenzen. Musikalisch sind DEVO präsent oder auch CAN, die deutsche Krautrocklegende. Und live ist BLIND BUTCHER echt ein Erlebnis!

  • RAYS + CURRENT AFFAIRS

    Mittwoch, 10.07.19 Kantine

    RAYS

    Melodischer Indie-Punk, Schrammelpop, DIY Garage Pop (USA, Oakland)

    CURRENT AFFAIRS

    Post-Punk, New Wave, Goth (Glasgow)

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr

    Eintritt: Zahl was du kannst zwischen 10-13€

    Poster von Philip Manthey

     

    Während ihr Debutalbum noch an Post-Punk à la The Fall oder Wire erinnerte, ist das neue Album von RAY, You Can Get There From Here, ein Sprung von der drahtigen Wut zu super-charming, melodischem Indiepunk, Schrammelpop und DIY Garage Pop in der Tradition von Buzzcocks oder Teenbeat Rec.-Bands wie Unrest, mit einem echten Händchen für Hooks. International Pop Underground going strong!

    Schimmernde Schrammeleien im Licht eines pop-verliebten, dem UK-Gitarren-Pop-Punk, Bands wie Television Personalities, Cleaners from Venus oder auch den Gitarren der Feelies huldigende Band, die eine*n mit ihrem spröde-spritzigen Gitarrensound, einer Mischung aus Melodieverliebtheit und psychedelischer Einlullungstaktik um den Finger wickelt und dabei auch noch etwas Post-Punk zu ihren sympathisch ungelenken Underground-Pop-Sensibilitäten hinzufügt.

         

    Herrlich drahtiger Post-Punk aus Glasgow mit einer tollen treibend-voranhämmerndern Beat&Bass-Section und flirrender Gitarre und soulful-but-gothic klingender Sängerin, bisschen Siouxsie And The Banshees, bisschen Slits, bisschen Raincoats, bisschen B-52s, bisschen The Cure, bisschen Josef K. Mit Leuten von The Royal We, Seconds, Rose McDowall’s Band, Anxiety, The Downs, Kaspar Hauser und Shopping.

  • The Noise And The Abstract Bar: Yellow Bros

    Donnerstag, 21.3.19 Kantine

    The Noise And The Abstract Bar:

    Yellow Bros

    Psychic Secession After The Screaming Stops

    Mit Tobi Lindemann und Franz-Josef Kaputt

    Ab 20 Uhr, Eintritt frei

    Cultural Noise der besonderen Art: Bros waren Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Boyband, bestehend aus den Zwillingsbrüdern Matt und Luke, deren tausende Fans (die „Brosettes“) in einen Zustand panischer Massenemotion verfielen. Fun Fact: die Beiden sahen aus wie Klone des Scooter-Sängers HP Baxxter. Und lösten die Band Anfang der 90er in einem Bruderzwist epischen Ausmaßes auf. Außerhalb dieser Szene erinnerte sich nach ihrem Split Anfang der 90er niemand mehr an die Band, bis sie im vergangenen Jahr ein Reunion-Konzert in der Londoner O2-Arena gaben, das innerhalb von 10 Minuten ausverkauft war. Der BBC-Film „After The Screaming Stops“ begleitet die Brüder dokumentarisch bis zu dieser Show – ganz ernst, ungeschminkt, und unfreiwillig irre komisch.

    The Noise And The Abstract Bar zeigt den Film und überschneidet das Original-Videomaterial an den weniger eindrucksvollen Stellen mit der Musik der Yellow Swans. Diese waren zu Beginn der 00er-Jahre dieses Jahrhunderts eine Noiseband, die zwar keine Massenpaniken auslöste, aber in wenigen Jahren weit über 100 Veröffentlichungen herausbrachte, u.a. auf Labels wie Important Records, Release The Bats oder Load, und die von extremer Intensität, Ideenreichtum und Genrebending geprägt waren. Leider warten wir vergebens auf eine Reunion von Pete Swanson und Gabriel Saloman.

  • FEMINISTISCH BIERTRINKEN 5

    Samstag, 9.3.19

    FEMINISTISCH BIERTRINKEN 5

    Bar DJing und (queer-)feministische Textbeiträge und Rumhängen mit eve massacre, not_betty, Amelie, Pola Ruin, Lisa Neher u.a.

    Ab 21 Uhr, Eintritt ist frei.

    Playlist vom letzten Mal:

     

  • [PARTY]

    Samstag, 23.3.19 Kantine

    [PARTY]

    A night with fresh, loosely House/Techno related music adventures

    DJs:
    Maria Brant
    Hoke
    Philipp Roth

    23-5 Uhr
    Eintritt: 6 – 8 €

      Maria Brant    Philipp Roth

  • THICK AIR

    Samstag, 2.3.19 Kantine

    THICK AIR

    one time bass gang fusion gathering

    Grime // Trap // Memphis Rap // Footwork // Dubstep // Experimental Bass

    mit Nxtlvl Alien Gang (Gravity Club/Saarbrücken)
    Yung Hunnes (Schranke/Saarbrücken)
    double u cc (Trouble in Paradise/Nbg)
    N´dru (DAF/Nbg)
    LWT (Beatbetrieb/Subton/Nbg)

    23 – 5 Uhr
    Eintritt: Zahl was du kannst zwischen 7 – 9 €

    Die neuesten Entwicklungen in den Gesellschaften weltweit stimmen uns oft zynisch und wütend. Komm in die Kantine und entlade deinen Weltschmerz bei einer düsteren Mischung aus UK und US BASS.

    Nxtlvl Alien Gang

    Das ist ein fünfköpfiges Kollektiv aus Produzenten, Videokünstlern und DJs. Die in Saarbrooklean agierenden Jungs treiben seit 2 Jahren als Veranstalter des Gravity Club einen Sound voran, der sich – wenn man unbedingt sucht – irgendwo zwischen Trap, Bass-Music, roughem Memphis-Rap und Chief Keefs “Can you be my friend?” finden lässt. Nxtvl halt.
       

    Yung Hunnes

    Experimentelle Clubmusik verbindet treibende Rhythmen bestehend aus kalten industriellen Sounds mit der Experimentierfreude am Ausloten der Grenzen des Clubkontextes. Dieser energiegeladenen Mischung widmet sich Yung Hunnes live sowie in seinem Podcast »Yung Hunnes Radio«. Beeinflusst werden seine Sets außerdem durch Trap, Footwork und Grime.
     

     

    double u cc

    double u cc’s DJ-Sets vereinen Rap, Grime und Trap, driften aber auch ins Drone, Noise Genre ab und verwirren mit düsteren Metal-Parts.“Mysto“ nennt sie ihre Art des DJing. Düstere und schwerere Beatz mit Sample-Referenzen zu Fjodor M. Dostojewski oder Simone de Beauvoir. Sie ist Teil des Nürnberger Kollektivs Trouble in Paradise.

     

     

    N’DRU

    Der Produzent N’dru alias Alexandru Salariu beginnt mit einem Set aus Deep Bass, Tech Step, Trap und Footwork. Mit seinem ersten Release positioniert er sich zwischen die UK und US trends mit einer eigenen forschenden Note und einer Vielfalt an Rhythmen und Tempi.

     

    LWT

    Leander Wirth legt großen Wert auf Bass, Melodie und Message. Die Liebe zum Hip Hop hat LWT zu Grime geführt. Ergänzt durch Dubstep, Dub, Trap und Wave ergibt sich eine feine Mischung. Schöne Melodien, Ambient Vibes, Deep, Rude. LWT ist Mitbegründer und Resident der Partyreihen Subton und Beatbetrieb.

     

    Stay Positive! Mit Pessimismus, Bequemlichkeit oder blanker Wut sind die Gezeiten nicht zu wenden. Hass und Wut sollen unsere Inspiration und Triebfeder sein, um politisch zu handeln und etwas zu verändern. Lasst uns durch Musik unsere traurig-wütende Seite spüren, um danach wieder ein hoffnungsvolles Zeichen zu setzen. Gegen den Nationalismus, Verantwortungslosigkeit und die systematische Entwürdigung von Menschen auf Grund ihres Geburtsortes, ihres Geschlechts oder ihrer Hautfarbe!

  • TOMBERLIN + ELENA STERI

    Mittwoch, 5.6.19 Kantine

    TOMBERLIN

    Bewegender Singer/Songwriter Indie aus Kentucky

    ELENA STERI

    Singer/Songwriterin aus Nürnberg

    Einlass 20:30, Beginn 21 Uhr
    Eintritt: Abendkasse: Zahl was du kannst zwischen 8 – 11 €, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 8 €

    Präsentiert von ByteFM, Musikblog und Radio Z

                 

    Auf ihrem zutiefst bewegenden Debutalbum At Weddings schreibt Sarah Beth Tomberlin mit einer Klarheit und Weisheit, dass man die 23jährige für viel älter halten würde. Unvermessbarer Raum zirkuliert zwischen den zehn Singer/Songwriter Tracks des Albums, in denen die suchende Stimme Tomberlins sanft auf den satten Hintergrund von Piano und Gitarre aufsetzt. Wie Julien Baker oder Sufjan Stevens hat sie ein Händchen dafür, das Persönliche in Parabeln zu verwandeln. Wie Grouper hat sie ein Gefühl für das Transzendente im Gewöhnlichen.

    Photo: Carl Solether

       

    Wenn man dem Alltagstrott entfliehen will und den Blick hebt, sieht man vielleicht eine junge Frau mit einer Ukulele in der Hand in einem Fenster mitten in Gostenhof sitzen und klimpern. Zwischen dem Surren des
    Windes klingt die Stimme von elena steri leise bis vor in den Park – und erinnert daran, dass alle guten Dinge im Leben endlich sind, aber alle schlechten auch.

  • Frauen- und Queers-Streik

    Donnerstag, 31.1.19 Glasbau vom K4 (Künstlerhaus), 2. OG

    Frauen- und Queers-Streik

    Info- und Diskussionsveranstaltung

    Koop der Initiative zur Gründung eines Frauenstreikkomitees in Nürnberg und dem musikverein

    Eintritt frei

    Gegen Sexismus und Rechtsruck! Für Gleichstellung und Selbstbestimmung! Für einen Frauen*streik in Nürnberg!

    Im letzten Jahr sind Frauen*¹ überall auf der Welt auf die Straße gegangen: In Spanien verließen am 8. März Millionen von Frauen* ihre Arbeitsplätze, sie störten den Verkehr und verweigerten die Hausarbeit. Das Land war in großen Teilen lahmgelegt und der Streik bekam extrem große Aufmerksamkeit und Zustimmung. In Chile kämpften Frauen* gegen Sexismus, indem sie Universitäten besetzten. In Argentinien und Polen demonstrierten unzählige Frauen* für ihr Recht auf Selbstbestimmung.

    Auch in Deutschland gab es schon mal einen Frauen*streik. 1994 haben eine Million Frauen* gegen schlechte Arbeitsbedingungen, den Abbau von Sozialleistungen und für ein Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung gestreikt.

    Wir denken, dass derzeit in Deutschland wieder die Notwendigkeit und die Möglichkeit besteht, einen bundesweiten Frauen*streik durchzuführen. Wir wollen eine breite Öffentlichkeit für feministische Themen schaffen und möglichst viele Menschen bewegen, gegen Sexismus aktiv zu werden. Wir wollen dem aktuellen Rechtsruck und rechten Frauen*bildern die Forderung nach Gleichstellung und Selbstbestimmung entgegensetzen.

    Es gibt viele Gründe für einen Frauen*streik. Die Forderungsliste beginnt bei ungleichen Löhnen, hört da aber noch lange nicht auf. Denn wir finden, dass sich ein Frauen*streik nicht nur auf Lohnarbeit beschränken, sondern auch Bereiche einbeziehen sollte, in denen Frauen* unbezahlt arbeiten: in der Familie, in der Beziehung, im Alltag, in der Politik und so weiter.

    Wir wollen uns nicht mehr zwischen Beruf und Privatleben zerreißen müssen und weniger Geld für die gleiche Arbeit erhalten. Wir haben genug davon, dass ein Großteil unserer Arbeit nicht mal als solche anerkannt wird. Wir haben genug davon, dass Armut auch in Deutschland vor allem Frauen* betrifft. Wir haben genug davon, dass wir im Alter schlechtere Renten bekommen. Wir haben genug davon, dass an unseren Arbeitsplätzen, in der Klinik, in den Altenpflegeeinrichtungen, in den KiTas, an der Kasse, schlechte Arbeitsbedingungen herrschen. Wir haben genug davon, dass Frauen*projekte wie zum Beispiel Frauen*häuser nicht genug Geld bekommen. Und wir haben genug davon, dass manche von uns jeden Tag Rassismus erfahren.

    Wir werden die festgefahrenen und diskriminierenden Strukturen nicht weiter hinnehmen und wollen gemeinsam für unsere Rechte kämpfen. Wie kann das aussehen? Das wollen wir mit euch diskutieren und auf den Weg bringen.

    Darum kommt zu unserer Infoveranstaltung zum Thema Frauen*streik am 31. Januar und bringt eure Freund*innen und Bekannten mit.

    Es wird kurze Inputs geben zur Geschichte des Frauen*streiks, zur Notwendigkeit politischer Streiks und zum Stand der aktuellen Streikbewegung in der BRD. Anschließend soll über einen Frauen*streik in Nürnberg diskutiert werden.

    In über zwanzig Städten, darunter auch Augsburg und Bamberg, haben sich bereits Komitees gegründet, die auf einen bundesweiten Frauenstreik* für 2019 und/oder 2020 hinarbeiten. Wir wollen nun auch in Nürnberg mit euch zusammen ein solches Komitee gründen. Wenn ihr Lust habt, mitzuarbeiten, dann kommt zur Infoveranstaltung am 31. Januar oder schreibt uns. Im Februar soll es ein weiteres Planungs- und Vernetzungstreffen geben.


    ¹ Für uns bezieht ein Frauen*streik alle Menschen ein, die von struktureller geschlechtsspezifischer Diskriminierung betroffen sind, also Frauen, Queers und andere Personen. Im Text wollen wir das durch ein Sternchen hinter dem Begriff „Frauen“ zum Ausdruck bringen. Queers sind Personen, die sich nicht einer der Geschlechterkategorien „Mann“ und „Frau“ zuordnen.

  • YACHT COMMUNISM + POLIZEI

    Freitag, 22.3.19 Kantine

    YACHT COMMUNISM

    Post-Punk und psychedelic Noise-Rock, mit Leuten von Svffer, Dropout Patrol, Henry Fonda

    POLIZEI

    LED-Future-Wave. Handmade. J€$u$/YOLO. XXX.

    HILDEGARD VON BINGE DRINKING mussten leider wegen Krankheit absagen – wir holen sie aber sobald wie möglich nach. Bis dahin: Gute Besserung!

     

    Yacht Communism sind ein Berliner Quartett um Svffer-Frontfrau Leonie, dazu Ex- und immernoch-Mitglieder von Henry Fonda, Dropout Patrol und Trompetenvogel Trondheim. Ihr Sound kombiniert düsteren Post-Punk, angelehnt an Bands wie Unwound, Esben & The Witch, oder auch der psychedelischen Sonic Youth-Seite mit Dub- und Psych-Einflüssen, meist dominiert von dicken Basslines, und dem prägnant-schwebendem Gesang.

    „Heißer Sand. Gleißendes Sonnenlicht. Die Welt ist am Abgrund oder schon weit darüber hinaus. Das Gesetz spielt längst keine Rolle mehr, sämtliches Vinyl ist geschmolzen, ebenso alle anderen Datenträger. Elektronischer Klang gilt als umkämpfte Währung der letzten Überlebenden. Die dreiköpfige Menschmusikmaschine POLIZEI stellt sich dieser Dystopie und stimuliert die Sehnsucht nach rhythmischer Ordnung dort, wo sonst nur destruktives Chaos herrscht.“

  • FEMINISTISCH BIERTRINKEN

    Mittwoch, 13.2.19

    FEMINISTISCH BIERTRINKEN

    Bar DJing und (queer-)feministische Textbeiträge und Rumhängen mit eve massacre, not_betty, Amelie, Pola Ruin, Lisa Neher u.a.

    Ab 20 Uhr, Eintritt ist frei.

     

  • The Noise And The Abstract Bar: Noise & Wein

    Donnerstag, 7.2.19 Kantine

    The Noise And The Abstract Bar: Noise & Wein

    Mit Tobi Lindemann und Franz-Josef Kaputt

    Ab 20 Uhr, Eintritt frei

    Noise & Wein

    Jetzt endlich auch in Nürnberg: die Classic Listening Session! Gemeinsam hören wir in konzentrierter, relaxter Atmosphäre zwei Klassikeralben der Musikgeschichte über die höchsten Ansprüchen gerecht werdende Anlage der Kantine. Um 20:30 Uhr geht es los mit „Amlux“ von Merzbow, um 22:00 Uhr in der Late Session hören wir „Sun Pandämonium“ von Hecker. Dazwischen gibt es BarDJing von und mit dem The Noise And The Abstract Truth-Team. Um den gediegenen Klängen auch lukullisch gerecht zu werden, gibt es dazu einen guten Tropfen. Zum Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob es auf eine Weinprobe hinausläuft oder der Musikverein endlich seine gut eingelagerten Tetrapaks aus dem Keller holt.

  • GAZELLE TWIN + THE BOILER

    Freitag, 1.2.19 Kantine

    GAZELLE TWIN

    Industrial Pop, Avantgarde, Elektronik – ein Amalgam, in dem traditionelle Musikkonzepte in futuristischen Popstrukturen aufglühen (UK)

    THE BOILER

    No Wave, Elektronik, Pop-Non-Pop, Post-Industrial (Wien)

    + DJ nach Show: AMELIE

    Einlass 21 Uhr, Beginn 21:30
    Eintritt: Abendkasse: 15 €, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 13 €

    In der Reihe

    „Was für eine Spezies ist das denn? Und aus welchem Jahrhundert?“

    GAZELLE TWIN ist Elizabeth Bernholz, Performancekünstlerin, Komponistin und Produzentin, die auf ihren Konzeptalben dystopische Themen durch ungewöhnliche elektronische Produktionen verarbeitet und ihr Werk darüber hinaus in außergewöhnlichen Live-Performances mit wechselnden Personas erweitert.

    In der ländlichen Idylle von Mittleengland zusammengeschmiedet, exhumiert GAZELLE TWINS neues Album „Pastoral“ Englands faulige Vergangenheit und leuchtet mit einer Fackel seine sich zunehmend verdüsternde Gegenwart aus. Zeitgenössische elektronische Musik und Avant-Pop, die an Pionierarbeit von Aphex Twin, Björk, Matthew Herbert u.v.a. anknüpft, und von der Musikpresse mit hohen Positionen für ihre Gänsehaut-Elektronik in zahlreichen Jahresalbumsbestlisten gelobt wurde, z.B. von The Quietus (da ist es gar auf Platz 1), DiS Magazine, Drowned in Sound, Uncut, The Wire u.a.

    Erzählt mit Hilfe einer ganzen Schar von multi-gender Stimmen, in alten und neuen Sprachen, vom schrillen Echo des Volksliedes bis hin zu Abstechern in den Boulevardpresse-Jargon, präsentiert die Künstlerin GAZELLE TWIN die Vorstellung, dass „in jeder Idylle sich auch Horror befindet, und gleich hinter dem Anheimelnden die Gefahr lauert.“ Der Dorfplatz, einst Schauplatz jahrhundertelanger öffentlicher Folterungen, wird zur floral umrankten Postkarte, aufgehübscht für das Sommerfest. Ein sonniger, nachmittäglicher Spaziergang über die Hügel verunsichert einen Schwarm wütender Fliegen, die dabei sind, nicht näher identifizierbare Überreste zu fressen. Intolerante Verbitterung murmelt sanft inmitten von Teestubengeplauder, als sich das sauber gerahmte Hirtenbild in eine feierliche Langeweile auflöst.

    Vier Jahre hat die Arbeit am Album gedauert und es ist die erste große Veröffentlichung seit ihres viel beachteten Albums UNFLESH (2014). GAZELLE TWIN „The Composer, Musician and Producer“ hat ein Album geschaffen, das von einem Rausch traditioneller und zeitgenössischer Musiktropen nur so vibriert: die Instrumentierungen alter Musik von Cembalo und Blockflöte gespeist mit Elektronik bis hin zur überzeugenden, rituellen Anwendung gefundener Sample-Loops. Jenseits von Bernholzs charakteristischen Chorinfusionen, die hier wie ein verzerrter Sonntagsgottesdienst klingen, gibt es sogar Anklänge von 90er-House und der einst blühenden ländlichen Rave-Szene, wenn auch in Form verwässerte Second-Hand-Erinnerungen.

    Vor einer grünen Kulisse aus Hecken und Kirchtürmen konstruiert GAZELLE TWIN „The Artist and Performer“, auf die wir uns live freuen dürfen, eine exzentrische und souveräne visuelle Verkörperung all des oben genannten – ein Kostüm passend für einen Hofnarren des 21. Jahrhundert. Die Farben des Neo-Nationalismus. Cola-Dosen und GEFAHR. „Es“ (nicht „sie“) deutet auf folkloristische Traditionen mit einer rührseligen Glücksbringerwendung hin. Das „Ye Olde“ und „The Everyman“ des englischen Klischees. Spott und ein Steckenpferd schwingend. Ein Rätsel und ein Aufnahmegerät. Hohngelächter und ein Square Dance in rot, Adidas Gazelles und ein irres, festgefrorenes Grinsen. Eine derangierte, absurde Spiegelung unserer derangierten und absurden Zeiten.

    Wenn sich der Vorhang hebt und The Boiler auf ‚BODY=DEATH‘ mit „Drab Light“ das Bühnenlicht erhellt, liegt die Reise klar vor dem innerem Auge: Eine dunkle, urbane Straße entlang, getrieben von Beats, in denen die Geister des frühen Electro-Wave und Proto-Techno aufflackern, der Takt ein pochendes Herz, schnelle Schritte, ein Blick über die Schulter und schon erheben sich Philicorda-Orgel und Vocals zum ersten samtig-hymnischen Popmoment des Albums, dann ein Herabsinken in den mit verstörenden Noiseakzenten durchwobenen Downtempo-Track „Control“. Mit „Total Care“ folgt ein fordernder, treibender Track in bester post-industrial Manier, der mit dem Fuß am Gaspedal die Vocals tief in Kopf und Glieder pusht.

    Kristina Pia Hofer, als Ana Threat schon mit verschiedenen Musikprojekten bekannt, schafft hier mit Philicorda-Orgel, Tapedecks und 4-Spur-Bandmaschinen ein fokussiertes No Wave Juwel von Album.

    Mit dem Namen The Boiler greift sie den seinerzeits kontrovers diskutierten Rape-Song von Rhoda Dakar mit The Special AKA auf. Wie dieser weisen die hypnotischen, repetitiven Elemente des Albums, ob Sound oder Lyrics, auf Macht und Kontrolle als beherrschendes Moment der Rape Culture.  Zusammen mit Titeln wie ‚BODY=DEATH‘ – in dem das „SILENCE=DEATH“ der Queer-Bewegung ACT UP anklingt – oder „Body in a bag“ und dem
    düster schimmernden Sound des Albums wird der Körper quasi als Wagnis, das bloße Körperlich-Werden als Todesurteil skizziert. Der Bezug zu Popgeschichte ist hier keine der Wiederbelebung, keine Nostalgie, sondern wir erleben Vergangenes im Spiel mit der Gegenwart. The Boiler reicht „The Boiler“ die Hand, aber der Griff in die Vergangenheit, der auch durch die historische Instrumentenwahl besteht, versinkt auf ‚BODY=DEATH‘ nicht in Retrokitsch, sondern dient dem Dialog durch die Zeit.

    Ein berührendes und elektrifizierendes Album, auf dem Kristina Pia Hofer ihre sichere Hand dafür zeigt, Pop und Experiment, Trash und tiefere Auseinandersetzung in Beziehung zueinander zu setzen.

    Foto: Joanna Pianka

  • WEIRDO LANDS VOL. I

    Sa, 29.12.18 Kantine

    WEIRDO LANDS VOL. I

    MachineFunk, Lo-Fi Grooves, Cosmic Disco, Synth’n’Wave

    23-5 Uhr
    Eintritt: Zahl was du kannst zwischen 6 – 8 €


    HAYTER (Clear Memory)
    KRA.VALE (Team Underbelly)
    YPSILON (Team Underbelly)
    + Special Guest – Live

    All Night Long…

    MachineFunk
    Lo-Fi Grooves
    Cosmic Disco
    Synth’n’Wave

    …for the Freaks and the Lost!

  • FEMINISTISCH BIERTRINKEN

    Freitag, 11.1.19

    FEMINISTISCH BIERTRINKEN

    Bar DJing und (queer-)feministische Textbeiträge und Rumhängen mit eve massacre, not_betty, Amelie, Pola Ruin, Lisa Neher u.a.

    Ab 21 Uhr, Eintritt ist frei.

     

  • WE ARE 138 – a UK thing

    Samstag, 12.1.19 Kantine

    WE ARE 138 – a UK thing

    We Are 138 feiert die vielfältigen Spielarten der UK Rave Kultur

    23 Uhr, Eintritt: ZWDK 6-8€

    Vor dem Hintergrund der aktuellen britischen Abschottungspolitik ist es fast unvorstellbar, dass in Großbritannien seit mehreren Jahrzehnten eine der vielseitigsten, offensten und innovativsten Dance Music Szenen überhaupt existiert. Ende der 1980er / Anfang der 90er Jahre ist hier, mit Einflüssen aus den ehemaligen Kolonien des Commonwealth, die Rave Kultur bzw. das sog. UK Hardcore Continuum (Simon Reynolds) entstanden. We Are 138 möchte für eine Nacht eine Zeitreise unternehmen und verschiedenen Sounds aus diesem Kontinuum auf dem Dancefloor der Kantine präsentieren: Von global rhythmischer Bass Music, Tech Step, IDM & Dub zu Techno, House, Electro, Breakbeat und UK Hardcore. Is there a way back to the future?

    DJs

    ♫ RAMSHACKLE

    ♫ AIŌN

    ♫ & PHILIP MANTHEY

     

  • Die Gewalt der Musik: Techno und gesellschaftlicher Gehorsam

    Mittwoch, 23.01.19 Kantine

    DIE GEWALT DER MUSIK

    Techno und gesellschaftlicher Gehorsam

    Vortrag von Iris Dankemeyer
    Danach DJs

    20 Uhr
    Eintritt frei, Spende erwünscht

    In der Reihe

    Techno begann als Revolte gegen die Unterhaltungskultur. Die neue Musik wollte nicht mehr als akustische Hintergrundkulisse zur Vermeidung von Einsamkeitsgefühlen vor sich hindudeln oder in Diskotheken als Animiermelodik die Lügen der love songs verbreiten. Sie erschuf dagegen mit konsequent geilem Bumsbeat eine eigene Clubkultur und ein neues Gemeinschaftsgefühl. Wo die Ohren zuvor von bekömmlichen Tönen verweichlicht worden waren, forderte Techno zwingend und kompromisslos Gehorsam. In Berlin wurde aus einer anfangs noch in Tresoren und Bunkern abgeschotteten Subkultur binnen weniger Wendejahre zuerst eine Massenkundgebung mit verzehntausendfachter Mitläuferzahl. Bis heute ist die Partykultur ein Standortfaktor der Kreativindustrie. Die Instrumentalisierung von Techno zur Generalhymne der „arm, aber sexy“- Ideologie hat geholfen, die prototypische Existenzweise des Prekariats gegen deren eigene politische Interessen durchzusetzen. Wer die Arbeitslosigkeit mit dem Ende der Arbeit verwechselt, braucht keine Freizeit und keinen Feierabend zur Kompensation der Arbeitsstunden, sondern ein Nachtleben, das zur neuen Vollzeitaufgabe wird.

    Der Vortrag erinnert an das, was Techno einmal ausdrückte: das Lebensgefühl der untergegangenen Industriestadt Detroit. Hier entstanden die dystopischen Zukunftsklänge zum einen als musikalische Emanzipation von den Standards der „race music“, zum anderen als verzweifelte Reaktion auf die Erfahrung von Verwahrlosung, Armut und Gewalt. Wie konnte aus der Not der amerikanischen „Techno City“ eine Tugend der selbsternannten „Hauptstadt der Clubkultur“ Berlin werden? Und warum eignete sich ausgerechnet die musikalische Negation der Popkultur als Exportschlager und Massenkulturware fürs gesamtdeutsche Gemeinschaftsgefühl? Ist es die Gewalt der Musik, die noch heute Individuen in mythischen Tanztempeln zusammenführt, wo sie sich durch eine gemeinsame Sache glücklich verbunden fühlen und nicht als Konkurrenten durch ein abstraktes Gesetz getrennt?
    Oder ist Techno die Musik der Gewalt, die Hörige in einen konformistischen Kollektivritus zwingt und ihnen das Gesetz der Gesellschaft mit bis zu 150 Schlägen pro Minute einprügelt?

    Zur Vortragenden:

    Iris Dankemeyer studierte Soziologie und Sozialpsychologie in Hannover und Philosophie und Neuere deutsche Literatur in Berlin. Nach dem Ende des Studiums 2008 arbeitete sie als freie Autorin (u.a. für konkret, jungle world, De:Bug, testcard), mit den Schwerpunkten Musik- und Kulturkritik, Feminismus und Neosexualitäten.

    Ab 2010 begann sie, zusammen mit dem Künstler Ernst Markus Stein eine Konzert- und Performancereihe in Berlin und New York zu organisieren. Seitdem richtete sie zahlreiche Veranstaltungen der seltsameren ästhetischen Art aus; beispielsweise das dreitägige Happening „The Will Of An Eccentric“ auf einem Mecklenburger Resthof; zusammen mit der Künstlerin Johanna Daab die installative Abendrevue „DREAMLAND. A Night Of Spectacle“ für die Julia-Stoschek-Collection Düsseldorf; zuletzt das zweitägige Festival „Das Naturschöne“ auf einem Brachland der deutschen Bahn in Hamburg.

    Anschließend schrieb sie von 2013 bis 2017 an der FU Berlin im Fach Philosophie eine Dissertation über „Die Erotik des Ohrs. Musikalische Erfahrung und Emanzipation nach Adorno“. Parallel unterrichtete sie am Design Department der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg („Hegel versus Hollywood: Adorno in Los Angeles“ SoSe 2013/ „Texte zur Veränderung der Welt: Kant, Hegel, Marx, Freud“ WS 2013/14 /“On Popular Music“ SoSe 2014/ „Social Media Is The Message: Alltagsrituale und Bewusstseinsformen der Kommunikationstechnologie“ WS 2016/17).

    Ihre Interessengebiete umfassen vor allem Sozialphilosophie, Dialektik, psychoanalytische Kulturtheorie und materialistische Ästhetik.

    In ihrer freien Zeit versucht sie, das altmodische Handwerk der Zauberei zu erlernen.

    Foto: Matthias Ritzmann

    Plakat: eve massacre

     

  • ITALO! DISCO!

    Freitag, 04.01.18 Kantine

    ITALO! DISCO

    Nächtlicher Eskapismus zu Italo Disco, HI NRG MUSIC und ähnlichem

    23-5 Uhr
    Eintritt: Zahl was du kannst zwischen 6-9€

    DJs: atomic_betty, Agyena, eve massacre, mfy

    Italo Disco verhält sich zu Disco ziemlich genau wie Italo Western zu Western. Und das ist nicht unbedingt auf der sprachlichen Ebene gemeint. Alles ist ein bisschen mehr Kitsch und Plastik. Die Stücke sind nicht unbedingt perfekt komponiert und produziert, dafür vermitteln sie einen tiefe Emotionalität. Herzschmerz, Liebe, Selbstüberhöhung und wilde, durchgetanzte Nächte sind die dominierenden Themen. Eskapismus? Auf jeden Fall. Aber so, dass es offensichtlich ist. Eine Nacht wild Tanzen, den Club zu einer Traumwelt machen, den es so eigentlich nicht gibt, gleichzeitig diese Utopie zu dekonstruieren, und daraus Kraft für die Welt da draußen zu schöpfen. Das ist ITALO! DISCO!

  • DRAMA mit WAQWAQ KINGDOM

    Samstag, 05.01.18 Kantine

    DRAMA

    post-genre clubbing.
    very special live guests:

    WAQWAQ KINGDOM

    Japanisches Duo mit Cosmic Dub, trippy tropical Beats, post-tribal Psychedelic Pop

    23-5 Uhr , Eintritt: 6-9 € (Zahl was du kannst)

    WAQWAQ KINGDOM zaubern Cosmic Dub, trippy tropical post-tribal Beats, next level psychedelic Cyber-Pop. Quasi Jamaika durch die Linse Japans und UKs, post-nomadische und global-not-folk Sounds, in denen heavy hypnotischer Dub auf trippige Moondog-Style Trimba-Percussion von Andrea Belfi trifft, während Kiki Hitomis (Kind Midas Sound) ätherische Vocal Hooks durch einen crazy Nebel psychedelischer Synthies, herumwirbelnde Arpeggiators und polyrhythmische Texturen schweben, all das ganz wunderbar zusammengehalten vom Bass- und Chaos-Experten Shigeru Ishihara (DJ Scotch Egg, Seefeel). Nicht zu vergessen ein Schuss UK Bass, On-U Sounds und Tricky-Triphop.

    Das japanische Science Ninja Team WAQWAQ KINGDOM führt seine geheimen Operationen von ihren Untergrundquartieren in Berlin und Leipzig aus. Mit ihren kombinierten WaqWaq Kräften schwirren sie aus, um die Galaxie zu retten und Soundterritorien neu abzustecken.

    Das WAQWAQ KINGDOM Team besteht aus:

    Kiki Hotimi, Singer/Songwriter der Bass Explorers KING MIDAS SOUND (Ninja Tune), BLACK CHOW, des japanischen Dubstep Noise Duos DOKKEBI Q und des NOINONOINONOINO Projekts. Ihr vielgepriesenes Solo-Debutalbum ‚Karma No Kusari‘ erschien 2016 auf JAHTARI.

    Shigeru Ishihara wurde als Breakcore-Gameboy Legende DJ SCOTCH EGG bekannt, aber auch als Bassist von SEEFEEL (Warp Records), dem DEVILMAN Projekt und Small But Hard Records. Wenn er nicht gerade mit dem WaqWaq Science Lab die Welt rettet, führt er SAMURAI SPOON und macht das beste Okonomiyaki von ganz Berlin – oi-shiii!

    —–
    DRAMA
    Post-genre clubbing.

    At DRAMA safe space meets radical urban club culture.

    We play electronic club music.

    DRAMA is jus your basic lil community clubbing experience from the block.

    DJs eve massacre + Philip Manthey.

    #hybridsoundsforhybridpeople #post-borders #post-binary

  • BUKE AND GASE + SEWICIDE

    Dienstag, 12.03.19 Kantine

    BUKE AND GASE

    Art-Pop, Avantgarde Electronica, Math-Rock, Indie-Folk

    SEWICIDE

    Solo-Performance von Stephanie Müller (Beißpony, OK Decay)

    Einlass 20:30 Uhr, Beginn 21 Uhr
    Eintritt: Abendkasse 15€ / Vorverkauf 12€ zzgl. Gebühr

    Präsentiert von ByteFM, Jungle World, Soundkartell, Curt und Radio Z

       

    Buke and Gase machen Popmusik im verrücktesten Sinne, und dafür haben sie sich gleich fünf Jahre zurückgezogen, um in einer langen Periode ekstatischen Zusammenwirkens, mit Disziplin, die eines Klosters würdig wäre, an neuen Songs zu arbeiten.

    Den beiden fliegen die Genretags nur so zu: Nach ihrer erste EP wurden sie zu einer Indierock-Obsession, die selbst The National (für die sie später auch Instrumente bauten) und der Kultpodcast Radiolab teilten. Ihr Debutalbum wurde als „Steampunk Art-Folk“ bezeichnet und wurde zum Liebling von NPR Music und sie wurden für ein Konzert in der Tiny Desk Concert Reihe eingeladen. Ihr zweites Album sprache gleichermaßen Metal, Math-Rock und Avantgardmusik Fans an und ein Song explodierte als das Näheste an einem Hit, was ein Duo wie Buke And Gase hervorbringen kann: „Houdini Crush“. Mit diesem Album ging die Band dann auch das erste Mal auf Welttour und spielte dabei oft als handausgewählter Support für ein Who’s Who von Musikikonen: Laurie Anderson & Lou Reed, Shellac, Battles, Reggie Watts, Swans, Deerhoof, Owen Pallett und andere mehr.

    Ja, und dann kam die lange Pause. Fünf Jahre.

    Aron und Arone ruhten aber nicht, sondern in ihnen gärte der Wunsch nach Weiterentwicklung. Sie zogen nach Hudson, New York, und begannen die Arbeit an ihrem dritten Album mit dem Ziel , sich neu zu erfinden, sich wieder ganz ihrer oft harten Arbeitsethik zu verschreiben und ihre Grenzen im Songwriting, der Soundpalette und Performance auszuloten – nicht, ohne dabei nicht auch auf ihre eigenen kreativen Reisen zu gehen. Arone Dyer’s Stimme war das erste, was alle Welt von The National’s Grammy-Album Sleep Well Beast hörte und sie arbeitete mit Mistresses & #dronechoir, und nahm an Justin Vernon and Aaron & Bryce Dessner’s PEOPLE festivals teil, und sang mit Bon Iver & The National im Late Night TV. Aron Sanchez, erfand als Polyphonic Workshop das Instrument Chordstick, eine Mischung aus Gitarre (oder Dulcimer) und Percussioninstrument für Bryce Dessner’s vielgefeiertes “Music for Wood & Strings” Projekt – und er spielte eine zentrale Rolle darin, Insturmente für die Blue Man Group zu produzieren.

    Vor drei Jahren dann, modernisierten und veredelten Buke And Gase ihre Instrumentkreationen, als sie elektronische Musik zu umarmen begannen. Sie entwickelten zusammen Arx, ein Gerät, das ihre Performance revolutionierte, indem es ihnen erlaubte, mit dem Drücken eines Arcade-Knopfes perkussive Sounds zu triggern, Effekte für ihre Instrumente zu ändern, und Gesangsharmonien zu kontrollieren. Sie haben Buke (Bariton-Ukulele) und Gase (Gitarren-Bass) weitestgehend in Rente geschickt. Die Band spielt nicht mehr nur im Sitzen, eine Entdeckung, die auf ihrer großen Tour mit The National im letzten Herbst in Europa enthüllt wurde. Buke And Gase werden nicht mehr von den Instrumenten definiert, die ihnen ihren Namen gaben. Ihr neues Album Scholars find nicht als der Titel ihrer neuen Platte an, sondern als mögliche neue Bezeichnung für die Band.

    Auch wenn ihr distinktiver musikalischer Charakter noch erkennbar ist, umschließen die Songs auf Scholars eine Ausdrucksform, die prägnanter, emotionaler und weniger pervers in seiner Einzigartigkeit ist. Das Album wurde aus über 60 Songs und hunderten von Aufnahmestunden herausverfeinert in ein eindrückliches, konzentriertes 40 Minuten-Dokument. In gewisser Weise resultiert ihre lange Rundreise in einem Sound, der zufällig im selben Gebiet liegt, wie der unserer größten zeitgenössischen Vordenker*innen – James Blake, Björk/Arca, Frank Ocean. Sie haben die selben computer- und synthesizergetriebenen kreativen Tools angenommen, die EDM und Trap funktionieren lassen, während sie in einem komplett ihren eigenen, anderen Soundvorstellungen entsprechenden Universum existieren.

     

    Stephanie Müller ist Visual Artist und Soziologieforscherin mit einer kämpferischen Liebe zu Experimenten und Improvisation. Sie hat einen Master in Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Psychologie (LMU München) und post-graduierte in Kunst und Therapie an der Akademie der Bildenden Künste München. Noch während sie studierte startete sie ihr Textil- und Medienprojekt RAG*TREASURE. Damit war sie bei uns schon beim Ladyfest Nürnberg 2005 zu Gast. Stephanie erschafft textile Rauminstallationen, die Performance, Sound und Videokunst beinhalten.
     
    Sie spielt die Singer, eine verstärkte Nähmaschine, die als Musikinstrument benutzt werden kann, seit 2004. Zusammen mit Laura Theis, einer in Oxford lebenden Songwriterin mit einem Hintergrund in Theater und Literatur, hat sie das Experimentalmusikprojekt BEISSPONY ins Leben gerufen. Neben der Singer spielt Stephanie dort auch Schlagzeug und modifizierte Schreibmaschinen, Regenschirme oder Staubsauger. Im Oktober 2013 wurde ihr Debutalbum auf Chicks On Speed Records veröffentlicht. Zu weiteren ihrer Musikkollaborationen zählen A Duet of Amplified Sewing Machines (Nähmaschinenduett), Alligator Gozaimasu und OK Decay. 2016 hat Stephanie ihr eigenes Plattenlabel gestartet, RagRec.
     
    Ihr Soloprojekt heißt SEWICIDE und wir sind sehr gespannt auf ihre Performance.
  • UPSTREAM mit Iron Curtis, Barbara Hofmann und André Auer

    Samstag, 22.12.18 Kantine

    UPSTREAM

    A wonderful night of house music with

    IRON CURTIS

    Uncanny Valley / Tamed Musiq

    BARBARA HOFMANN

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    ANDRÉ AUER

    urban echoes / X+

    KAYKAY

    Prizesin Haralt, visuals

    23-5 Uhr, Eintritt: Abendkasse 12€ / Vorverkauf 10€ zzgl. Gebühr
    Präsentiert von Zündfunk BR2 und Curt

    Der Wahlberliner Johannes Paluka aka Iron Curtis hat sein neues famoses Album Upstream Colour für uns mit im Gepäck. Barbara Hofmann – mit Residency in Leipzig und Berlin, gefeiert und gebucht von Mexiko City über Paris und London ist endlich in einem Nürnberger Clubabend an den desks. André Auer kennen die Geschöpfe der Nacht aus vielen hiesigen Kontexten, wie zum Beispiel Pulsar. Kennen und schätzen tun sich die drei schon lange – über Projekte wie Lead with the bass, Electric dog und vor allem das Sonnendeck in der Desi – nun sind sie musikalisch für eine Nacht wieder vereint.

    Wir umschiffen die Klippen der Nürnberger BOB, gelangen von hart umtosten OffSpace Islands stromauf und sind mit der Musikvereins Karavelle flink am Wind. Das Astrolabium geht über Bord – wir vertrauen dem Beat. Über uns erblicken wir den Ambient, werfen melancholisches Synthie-Gewebe in die Fluten und fangen glänzende Schweißperlen. Beseeltes Schwimmen. Deep House auf Tauchgang.

     

  • WE GOT THIS

    Freitag, 28.12.18 Kantine

    WE GOT THIS

    Pop, House, Beats, 80s, post-genre Club Music.
    From Four Tet to 80s pop, from addictive Fever Ray melodies to 1010 Benja SL r’n’b sweetness.

    mit
    eve massacre (Orchid, Drama, Dancing With Tears In My Eyes)
    Chris Mosbacher (aka Synthie & Bert, Dancing With Tears In My Eyes, Radio Z)

    23-5 Uhr, Eintritt: ZWDK 6-8€