Wilde Rhythmen, microtonale Verspieltheit, experimentierfreudiger Kraut/Post/Math-Rock, immer scharf auf den Punkt und eine überragende Liveband: Horse Lords kommen wieder nach Nürnberg! Am 2. Februar im Soft Spot.
Dienstag, 02.02.27 Soft Spot
Horse Lords
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20:30 Uhr
Eintritt:
Vorverkauf 20 € zzgl. Gebühren, Onlinetickets hier bei Tixforgigs
Abendkasse 25€
Homepage Bandcamp Instagram YouTube Facebook Foto: Kasia Zacharko
Horse Lords wurden 2010 in Baltimore gegründet; sie gingen aus dem experimentellen Kollektiv Teeth Mountain hervor und begannen als Trio mit dem Schlagzeuger Sam Haberman, dem Gitarristen Owen Gardner und dem Bassisten Max Eilbacher, wobei bald darauf der Altsaxophonist Andrew Bernstein zum Kernensemble hinzukam.
Obwohl Horse Lords aus der fruchtbaren Noise- und Leftfield-Rock-Szene von Baltimore hervorgegangen sind – einem legendären Umfeld für Künstler und Exzentriker, das schon viele einflussreiche Außenseiter-Bands (Lungfish, Matmos) hervorgebracht hat –, ist ihr Ansatz vielseitiger, als es die punktierten Rhythmen des instrumentalen Elektro-Rocks vermuten lassen.
In sechzehn Jahren intensiver Tourtätigkeit haben Horse Lords zehn Studio-, Live- und Kollaborationsalben veröffentlicht, zusätzlich zu einer Split-EP mit den ebenfalls aus Baltimore stammenden Lower Dens sowie einer Handvoll Singles und Compilation-Titeln. Für die FRKWYS-Reihe von RVNG arbeitete die Band mit dem in Berlin lebenden Komponisten Arnold Dreyblatt zusammen, einem ehemaligen Schüler von La Monte Young und Pauline Oliveros, dessen Kammermusik in reiner Stimmung ein wesentlicher Bestandteil der Post-Fluxus-Szene in Downtown New York City war.
Mit dem Umzug von drei der vier Mitglieder nach Deutschland ab 2021, dem Potenzial für weitere kreative Erkundungen und Auftrittsmöglichkeiten – darunter das Moers Festival (mit einer 11-köpfigen Besetzung, die sowohl die Musik von Julius Eastman als auch eigene Kompositionen interpretierte) – standen die interdisziplinären Aspekte der Musik der Band vor faszinierenden neuen Richtungen. Die Band bemerkt dazu: „Wir versuchen stets, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der Arbeit innerhalb der Grenzen des Quartetts und dem Überschreiten dieser Grenzen.“
Horse Lords sind Rattenfänger der experimentellen Musik und des radikalen Denkens. Ihre Musik macht unverschämt viel Spaß, und sie live zu erleben ist eine Erfahrung kollektiver Ekstase, bei der sich jeder Körper zu seiner eigenen Vorstellung davon bewegt, was der Beat sein könnte. Diese gemeinsame Erfahrung, die Freude am vereinten Flow und an der Bewegung, macht es möglich, dass Ideen, die normalerweise als „schwierig“ gelten, plötzlich ganz leicht und berauschend daherkommen. Indem sie musikalische Formen verwenden, die neue Wege des Seins, Denkens und Organisierens aufzeigen, indem sie Annahmen und kompositorische Systeme ständig neu bewerten, bieten die Horse Lords ein Modell für die Gesellschaft insgesamt. Indem sie zeigen, wie fröhlich es sein kann, sich neue Zukünfte und Möglichkeiten vorzustellen, indem sie uns mit jeder tektonischen Verschiebung zum Tanzen und Heulen bringen, zeigen sie, wie schillernd der Weg zur Utopie sein kann.
Ist es nun Math Rock, ist es Dub, oder hab ich da nicht gerade eher ein paar Takte Post-Punk gehört, und hier, das ist doch Krautrock? Bei den Horse Lords ist der Einsatz algorithmischer Kompositionstechniken, mikrotonaler Harmonien und reichlich eingesetzter Polyrhythmik ist für die Tanzbarkeit und den rhapsodischen Wirbel der Musik nicht zweitrangig, sondern integraler Bestandteil der Party selbst. Die Musik gräbt sich in Kopf und Eingeweide.
Bei ihnen kollidiert eine Dichte von Ideen, die an so unterschiedliche Gruppen wie The Ex und Glenn Branca bis hin zu rauer Gitarrenmusik aus der Sahara, Albert Ayler und James Tenney erinnern.
