Schlagwort: Art

  • ORCHID

    Dienstag, 30.04.19 Kantine

    ORCHID

    indiedanceriotpopelectrobass QUEER Party
    Host & DJ: eve massacre

    Very special guest:

    Two Pigs Under One Umbrella

    Kinky rough electro tunes meet lustful bizarre performance art

    23-5 Uhr
    Eintritt: 6-8€

     

    ƪ(‘-’ ƪ)(/_ _ )/♪へ(-。-へ)♪(/_ _ )/

    ORCHID ist eine Party, bei der statt Gay/Lesbian-Regenbogen-Hochglanz-Klischees die offene dirty Queer-Vielfalt zelebriert wird. Das spiegelt sich in geschmackssicherer Musikauswahl jenseits des Rosa-Mainstream-Geblubbers wieder, gebrochen mit gut dosierten geschmacksverunsichernden Trash-Momenten. We are post-cool, we are community. Von Musik über Flyerartwork bis zu Deko: alles im Geiste einer Queer Avantgarde/DIY Punk/Antifashista/Fashionista Idee.

    ORCHID versucht, nicht nur hedonistischer Community-Party-Treffpunkt zu sein, sondern hilft mit dem erfeierten Erlös über den Musikverein auch queere Künstler zu supporten und ein bisschen mehr urban international Queer Culture nach Nürnberg zu bringen – Mykki Blanco, Xiu Xiu, Le Tigres J. Sampson, Austra, SSION, Patrick Wolf, Hunx & His Punx, Le1f uvm. waren schon da.

    For all you fags & dykes & friends & dancers & closet dancers & queens & riot people & bears & brothers & lovers & sisters & misters & queers & dears & discoteers & gays & drrrty butchez & nancy boys & Xenas & antisexuals & androgynous art fags & shapeshifters & breeders & homotrash & leathermen & lipstick lezzies & camp vamps & funky hunks & trans bees & kittens & dancing queens & divas & pre-op humans & anti-barbies & fagetarians & genderpunks & ghosts & moustache dykes & post-30-anythings & hairy fairies & & ugly huggies & part-time zombies & age-resistant-scenesters & pre-op unicorns & post-rainbowgays & snoop doggy dykes & otters & superwomen & not-so-super-women & vagitarians & werepandas & post-sexuals & boys who love girls who look like boys, ach – ach! – all queer creatures of the night BUT PLZ: No hools, no fools!

    ʅ(。◔‸◔。)ʃ

    ORCHID ist eine Queer Party, die auf all die rosa Mainstreamklischeeparties mit einer intimeren Undergroundvariante im Zentralcafé kontert, bei der alle willkommen sind, die jenseits einer heteronormativen Partyroutine feiern wollen. Host und Resident DJ ist Eve Massacre, alles unter den Fittichen von www.musikverein-concerts.com

     


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  • The Noise And The Abstract Bar: Yellow Bros

    Donnerstag, 21.3.19 Kantine

    The Noise And The Abstract Bar:

    Yellow Bros

    Psychic Secession After The Screaming Stops

    Mit Tobi Lindemann und Franz-Josef Kaputt

    Ab 20 Uhr, Eintritt frei

    Cultural Noise der besonderen Art: Bros waren Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Boyband, bestehend aus den Zwillingsbrüdern Matt und Luke, deren tausende Fans (die „Brosettes“) in einen Zustand panischer Massenemotion verfielen. Fun Fact: die Beiden sahen aus wie Klone des Scooter-Sängers HP Baxxter. Und lösten die Band Anfang der 90er in einem Bruderzwist epischen Ausmaßes auf. Außerhalb dieser Szene erinnerte sich nach ihrem Split Anfang der 90er niemand mehr an die Band, bis sie im vergangenen Jahr ein Reunion-Konzert in der Londoner O2-Arena gaben, das innerhalb von 10 Minuten ausverkauft war. Der BBC-Film „After The Screaming Stops“ begleitet die Brüder dokumentarisch bis zu dieser Show – ganz ernst, ungeschminkt, und unfreiwillig irre komisch.

    The Noise And The Abstract Bar zeigt den Film und überschneidet das Original-Videomaterial an den weniger eindrucksvollen Stellen mit der Musik der Yellow Swans. Diese waren zu Beginn der 00er-Jahre dieses Jahrhunderts eine Noiseband, die zwar keine Massenpaniken auslöste, aber in wenigen Jahren weit über 100 Veröffentlichungen herausbrachte, u.a. auf Labels wie Important Records, Release The Bats oder Load, und die von extremer Intensität, Ideenreichtum und Genrebending geprägt waren. Leider warten wir vergebens auf eine Reunion von Pete Swanson und Gabriel Saloman.


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  • The Noise And The Abstract Bar: Noise & Wein

    Donnerstag, 7.2.19 Kantine

    The Noise And The Abstract Bar: Noise & Wein

    Mit Tobi Lindemann und Franz-Josef Kaputt

    Ab 20 Uhr, Eintritt frei

    Noise & Wein

    Jetzt endlich auch in Nürnberg: die Classic Listening Session! Gemeinsam hören wir in konzentrierter, relaxter Atmosphäre zwei Klassikeralben der Musikgeschichte über die höchsten Ansprüchen gerecht werdende Anlage der Kantine. Um 20:30 Uhr geht es los mit „Amlux“ von Merzbow, um 22:00 Uhr in der Late Session hören wir „Sun Pandämonium“ von Hecker. Dazwischen gibt es BarDJing von und mit dem The Noise And The Abstract Truth-Team. Um den gediegenen Klängen auch lukullisch gerecht zu werden, gibt es dazu einen guten Tropfen. Zum Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob es auf eine Weinprobe hinausläuft oder der Musikverein endlich seine gut eingelagerten Tetrapaks aus dem Keller holt.


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  • GAZELLE TWIN + THE BOILER

    Freitag, 1.2.19 Kantine

    GAZELLE TWIN

    Industrial Pop, Avantgarde, Elektronik – ein Amalgam, in dem traditionelle Musikkonzepte in futuristischen Popstrukturen aufglühen (UK)

    THE BOILER

    No Wave, Elektronik, Pop-Non-Pop, Post-Industrial (Wien)

    + DJ nach Show: AMELIE

    Einlass 21 Uhr, Beginn 21:30
    Eintritt: Abendkasse: 15 €, Vorverkauf. zzgl. Gebühr: 13 €

    In der Reihe

    „Was für eine Spezies ist das denn? Und aus welchem Jahrhundert?“

    GAZELLE TWIN ist Elizabeth Bernholz, Performancekünstlerin, Komponistin und Produzentin, die auf ihren Konzeptalben dystopische Themen durch ungewöhnliche elektronische Produktionen verarbeitet und ihr Werk darüber hinaus in außergewöhnlichen Live-Performances mit wechselnden Personas erweitert.

    In der ländlichen Idylle von Mittleengland zusammengeschmiedet, exhumiert GAZELLE TWINS neues Album „Pastoral“ Englands faulige Vergangenheit und leuchtet mit einer Fackel seine sich zunehmend verdüsternde Gegenwart aus. Zeitgenössische elektronische Musik und Avant-Pop, die an Pionierarbeit von Aphex Twin, Björk, Matthew Herbert u.v.a. anknüpft, und von der Musikpresse mit hohen Positionen für ihre Gänsehaut-Elektronik in zahlreichen Jahresalbumsbestlisten gelobt wurde, z.B. von The Quietus (da ist es gar auf Platz 1), DiS Magazine, Drowned in Sound, Uncut, The Wire u.a.

    Erzählt mit Hilfe einer ganzen Schar von multi-gender Stimmen, in alten und neuen Sprachen, vom schrillen Echo des Volksliedes bis hin zu Abstechern in den Boulevardpresse-Jargon, präsentiert die Künstlerin GAZELLE TWIN die Vorstellung, dass „in jeder Idylle sich auch Horror befindet, und gleich hinter dem Anheimelnden die Gefahr lauert.“ Der Dorfplatz, einst Schauplatz jahrhundertelanger öffentlicher Folterungen, wird zur floral umrankten Postkarte, aufgehübscht für das Sommerfest. Ein sonniger, nachmittäglicher Spaziergang über die Hügel verunsichert einen Schwarm wütender Fliegen, die dabei sind, nicht näher identifizierbare Überreste zu fressen. Intolerante Verbitterung murmelt sanft inmitten von Teestubengeplauder, als sich das sauber gerahmte Hirtenbild in eine feierliche Langeweile auflöst.

    Vier Jahre hat die Arbeit am Album gedauert und es ist die erste große Veröffentlichung seit ihres viel beachteten Albums UNFLESH (2014). GAZELLE TWIN „The Composer, Musician and Producer“ hat ein Album geschaffen, das von einem Rausch traditioneller und zeitgenössischer Musiktropen nur so vibriert: die Instrumentierungen alter Musik von Cembalo und Blockflöte gespeist mit Elektronik bis hin zur überzeugenden, rituellen Anwendung gefundener Sample-Loops. Jenseits von Bernholzs charakteristischen Chorinfusionen, die hier wie ein verzerrter Sonntagsgottesdienst klingen, gibt es sogar Anklänge von 90er-House und der einst blühenden ländlichen Rave-Szene, wenn auch in Form verwässerte Second-Hand-Erinnerungen.

    Vor einer grünen Kulisse aus Hecken und Kirchtürmen konstruiert GAZELLE TWIN „The Artist and Performer“, auf die wir uns live freuen dürfen, eine exzentrische und souveräne visuelle Verkörperung all des oben genannten – ein Kostüm passend für einen Hofnarren des 21. Jahrhundert. Die Farben des Neo-Nationalismus. Cola-Dosen und GEFAHR. „Es“ (nicht „sie“) deutet auf folkloristische Traditionen mit einer rührseligen Glücksbringerwendung hin. Das „Ye Olde“ und „The Everyman“ des englischen Klischees. Spott und ein Steckenpferd schwingend. Ein Rätsel und ein Aufnahmegerät. Hohngelächter und ein Square Dance in rot, Adidas Gazelles und ein irres, festgefrorenes Grinsen. Eine derangierte, absurde Spiegelung unserer derangierten und absurden Zeiten.

    Wenn sich der Vorhang hebt und The Boiler auf ‚BODY=DEATH‘ mit „Drab Light“ das Bühnenlicht erhellt, liegt die Reise klar vor dem innerem Auge: Eine dunkle, urbane Straße entlang, getrieben von Beats, in denen die Geister des frühen Electro-Wave und Proto-Techno aufflackern, der Takt ein pochendes Herz, schnelle Schritte, ein Blick über die Schulter und schon erheben sich Philicorda-Orgel und Vocals zum ersten samtig-hymnischen Popmoment des Albums, dann ein Herabsinken in den mit verstörenden Noiseakzenten durchwobenen Downtempo-Track „Control“. Mit „Total Care“ folgt ein fordernder, treibender Track in bester post-industrial Manier, der mit dem Fuß am Gaspedal die Vocals tief in Kopf und Glieder pusht.

    Kristina Pia Hofer, als Ana Threat schon mit verschiedenen Musikprojekten bekannt, schafft hier mit Philicorda-Orgel, Tapedecks und 4-Spur-Bandmaschinen ein fokussiertes No Wave Juwel von Album.

    Mit dem Namen The Boiler greift sie den seinerzeits kontrovers diskutierten Rape-Song von Rhoda Dakar mit The Special AKA auf. Wie dieser weisen die hypnotischen, repetitiven Elemente des Albums, ob Sound oder Lyrics, auf Macht und Kontrolle als beherrschendes Moment der Rape Culture.  Zusammen mit Titeln wie ‚BODY=DEATH‘ – in dem das „SILENCE=DEATH“ der Queer-Bewegung ACT UP anklingt – oder „Body in a bag“ und dem
    düster schimmernden Sound des Albums wird der Körper quasi als Wagnis, das bloße Körperlich-Werden als Todesurteil skizziert. Der Bezug zu Popgeschichte ist hier keine der Wiederbelebung, keine Nostalgie, sondern wir erleben Vergangenes im Spiel mit der Gegenwart. The Boiler reicht „The Boiler“ die Hand, aber der Griff in die Vergangenheit, der auch durch die historische Instrumentenwahl besteht, versinkt auf ‚BODY=DEATH‘ nicht in Retrokitsch, sondern dient dem Dialog durch die Zeit.

    Ein berührendes und elektrifizierendes Album, auf dem Kristina Pia Hofer ihre sichere Hand dafür zeigt, Pop und Experiment, Trash und tiefere Auseinandersetzung in Beziehung zueinander zu setzen.

    Foto: Joanna Pianka


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