POPGESELLSCHAFT 5: Schwarz Rot Pop – Thorsten Hindrichs

Donnerstag, 12.07.2018 – 20:00

POPGESELLSCHAFT 5:

Thorsten Hindrichs: Schwarz Rot Pop

Popmusik im Echoraum des Rechtspopulismus

Vortrag + Bar-DJing

Zentralcafé
Eintritt: gegen Spende

So klingt die neue Mitte heute

Von vorgeblich unpolitischen Selbstpositionierungen bis zu unverkrampften Sommermärchen, vom eigentlich ganz anders Gemeinten bis zu »das wird man doch noch sagen dürfen«-Attitüden, von Eskapismus bis Populismus: Wenn jede Gesellschaft genau die Musik hervorbringt, die ihrer Verfasstheit entspricht, dann eröffnet der Blick auf aktuelle deutsche Popmusik Einsichten, die noch deprimierender sind, als Martin Büssers Bestandsaufnahme zum Klang der »Neuen Mitte« es vor gut zehn Jahren befürchten ließ.

Philipp Burger von Frei.Wild hält das Wort völkisch für »Geschmackssache«, MIA hingegen findet, derweil sie »neues deutsches Land« betritt, das Weltbild von Frei.Wild zum Kotzen. Xavier Naidoo sieht ›da oben‹ nur noch Marionetten, Kollegah will kein Antisemit sein, findet nicht so gut, dass die Juden »sich immer in diese Opferrolle setzen« … Die Liste lässt sich problemlos fortsetzen, denn immer mehr deutschsprachige Musikerinnen und Musiker fischen an neuen politischen Ufern, und aus den rechtspopulistischen Echoräumen, den sozialen Medien, Blogs und Foren, schallt viel Zustimmung zurück.

Auch für 2016 meldet der Bundesverband Musikindustrie, dass sich »der Erfolgskurs deutschsprachiger Musik bzw. Musik heimischer Künstlerinnen und Künstler fortsetzt«. Thorsten Hindrichs blickt auf diese heimischen Künstlerinnen und Künstler der letzten zwanzig Jahre und zeigt, quer durch alle Genres, wie reaktionäre und rechte Einstellungen in ›deutscher‹ Popmusik widerhallen.

 

Thorsten Hindrichs, geboren 1969, studierte Musikwissenschaft, Sonderpädagogik und Italienisch in Köln, Perugia und Mainz. Seit 2002 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität. Er kennt sich ziemlich gut mit rechter Musik und RechtsRock aus und ist deswegen auch in der politischen Bildungsarbeit unterwegs. 2015 hat er für den Dokumentarfilm »Deutsche Pop Zustände« die wissenschaftliche Beratung übernommen, zuletzt hat er gemeinsam mit Andreas Linsenmann 2017 den Sammelband »Hobsbawm, Newton und Jazz – Zum Verhältnis von Musik und Geschichtsschreibung« herausgegeben. Außerdem spielt er sehr sehr gerne Gitarre. Wer mehr über ihn wissen möchte: Er ist ganz leicht in allen möglichen Suchmaschinen zu finden. Das Buch “Schwarz Rot Pop” soll im Juni im Ventil Verlag erscheinen.

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