Golden Diskó Ship + Red On + Subrihanna | offline, Z-Bau

Mittwoch, 14.10.20 Z-Bau (Saal)

Golden Diskó Ship

Experimental-Pop von der Berliner Multiinstrumentalistin Theresa Stroetges.

Red On + Subrihanna

Live audio/visual Ambient Electronica, Kraut, Post-Rock

Einlass 18 Uhr, Beginn 19:30 Uhr
Eintritt: Abendkasse:  €, Platzreservierung/Vorverkauf 12-14€
Kooperation von Z-Bau und musikverein


photo: Sara Perovic

         

Theresa Stroetges ist und war schon immer eine Reisende. Unter dem Namen Golden Diskó Ship sowie als Teil von Bands wie Soft Grid oder dem Improv-Kollektiv Epiphany Now! hat die in Berlin ansässige Multiinstrumentalistin sich stetig ihren Weg durch die Randbereiche der experimentellen Musik gebahnt, ebenso aber die Möglichkeiten bewährter Formen erforscht – ob nun Folk, Rock, Techno oder Pop. Mit ihrem vierten Solo-Album, ihrem ersten für Karaoke Kalk, bricht das Golden Diskó Ship ein weiteres Mal in unerforschte Gebiete auf. »Araceae« ist von Veränderungen in unserer Umwelt ebenso inspiriert wie von dem beklemmenden Gefühl, das sich während intensiver Naturerfahrungen breitmacht – wenn auf der Oberfläche alles perfekt aussieht und doch darunter etwas nicht ganz zu stimmen scheint. Als Ganzes stellt das Album merklich elektronische Grooves in den Vordergrund, welche die Entfaltungsgrundlage für Stroetges’ verdichtetes und doch ausgedehntes Storytelling bilden.

»Araceae« entstand zu Teilen während einer Residency in Indien und ist das erste Album von Golden Diskó Ship, auf dem musikalische Gäste zu hören sind. Für »Wildly Floral, Slightly Damp« hat Stroetges mit dem Perkussionisten Dripta Samajder zusammengearbeitet, der mit einer Sri Khol verschachtelte Rhythmen über einen Beat laufen lässt, der in der Plattentasche von wagemutigen DJs sicherlich gut aufgehoben wäre. Sophia Trollmann spielt Saxofon auf »Ortolan«, einem fesselnden Miteinander von IDM-inflektiertem Techno und Jazz-inspirierter Improvisation. Beide Stücke sind herausragende und doch integrale Teile eines Albums, das eindeutig einem holistischen Plan folgt. Schon der Opener »Clouds of Neon Limelight« bewegt sich durch hymnische Synth-Pop-Gebiete, entwickelt sich aber schnell zu einer großen Saga voller unheilverkündender Untertöne und Stroetges’ Markenzeichen: geschichtete Vocals, die gleichermaßen Intimität herstellen wie sie ein nachdrückliches Gefühl der Unheimlichkeit hervorrufen.

Diese Verschränkungen prägen »Araceae« im Gesamten und tragen damit zur Entfaltung der übergeordneten Themen des Albums bei, der sinnlichen Wahrnehmung einerseits und den damit einhergehenden Entfremdungseffekten andererseits. »Game of Biryani« beispielsweise leiht sich einige seiner musikalischen Strukturen aus der Popmusik und stellt damit tradierte Songwriting-Konventionen infrage, die als irritierende Echoeffekte auftauchen anstatt überkommene Klischees zu reproduzieren. Mit den dichten Sounds von »Limping over the Prairies« und dem abenteuerlichen »Glow-in-the-Dark Gloves« fordert Stroetges ihre Hörerschaft noch weiter heraus, indem sie mit jeweils Noise sowie einer guten Portion Autotune-Einsatz für noch mehr Verfremdungseffekte sorgt.

Die beiden Songs bilden das imposante Finale eines Albums, das unsere Vorstellungen dessen, was wir als natürlich erachten – ob nun in der Musik oder der Welt um uns herum – auf den Prüfstand stellt. »Araceae« wurde von den Reisen seiner Schöpferin inspiriert, bricht aber selbst auf eine Expedition aus. Das Ziel: Herauszufinden, was jenseits des bloß Hör- und Sehbaren liegt.


photo: Jonas Höschl

        

Das Projekt Red On um Labelmacher, Produzent und DJ Philipp Roth, hat in den Letzen Jahren immer wieder neue Richtungen eingeschlagen. Nach der früheren Red On Band und den darauf folgenden Solo-Ausflügen in Richtung Drone und Geräusch, stand zuletzt wieder die künstlerische Zusammenarbeit mit anderen Menschen und sich wandelnde Live-Formate im Fokus. Ein wichtiger Moment dabei das Zusammentreffen mit VJ Subrihanna: Bild und Ton als gemeinsamer Moment. Ein Untersuchen der Grenzen zwischen Club, Popmusik und audiovisueller Installation. So gab es Red On live zuletzt mit Subrihannas Video-Synthesizer-Bildern, live-Drums und wechselnden Gast-Musiker*innen zu sehen. Electronica, schleppende Grooves, Gitarre, Claps und Drones. Live-Techno, eine laute Krautrock-Posse, ein Jazz-Trio, oder sehr konzentrierte Geräusch-Musik.

Im Oktober erscheint die neue Single »Waters« via Verydeeprecords. Sie vereint diese Impulse seit dem letzten Album. Sie ist lofi-Popsong, ausufernde Post-Rock-Jam und Downtempo House-Musik, holt in acht Minuten Spielzeit weit aus und schwankt dabei zwischen poppiger Zugänglichkeit und der Auflösung im Loop. Auch im Video öffnet Subrihanna ihre Arbeitsweise, verarbeitet Beiträge von anderen Künstler*innen, sammelt vielschichtig Material, collagiert und entwirft eine visuelle Welt zum Konstrukt Red On. Für die B-Seite liefert die Berliner Künstlerin Golden Diskó Ship einen Remix, der deutlich an Fahrt aufnimmt, sich in Richtung Dancefloor lehnt und die letzten Reste von Post-Rock und Song aus dem Original hinter sich lässt.


Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Saal statt.

 

HYGIENEREGELN


– tragt auf allen Wegen Mundschutz
– Menschen mit Krankheitssymptomen können leider nicht teilnehmen
– haltet 1,5 m Abstand
– Alle Gäste müssen sich am Einlass registrieren

 

TICKETS


Für die kostenpflichtigen Konzerte im Biergarten (i.d.R. Montag/ Dienstag/ Mittwoch) gibt es insgesamt 100 Sitzplätze. Stehen ist leider nicht gestattet.


Die Plätze sind an 2er bis 10er-Tischen Tischen organisiert. Bitte habt Verständnis dafür, dass – sofern ihr als Gruppe keinen gesamten Tisch belegt – unter Umständen fremde Leute mit Euch an einem Tisch sitzen werden.

Wir bitten Euch Karten online im VVK (z-bau.reservix.de/events) zu kaufen. Dort könnt ihr Euch einen Tisch aussuchen. Restkarten gibt es an der Abendkasse an der Euch auch eure Plätze zugewiesen werden.

Während der Konzerte gelten die allgemeinen Biergarten-Hygieneregelungen (Mund-Nasen-Schutz auf, außer sitzend am Tisch / Mindestabstand von 1,5m / Niesetiquette / bei Krankheitssymptomen kein Zutritt / Registrierung der Gäste am Einlass).

Eintritt auf „Zahl Was Du Kannst“-Basis:
Wir wissen, dass die aktuelle Situation Menschen sehr unterschiedlich stark finanziell belastet. Darum haben wir für die kostenpflichtigen Biergartenkonzerte einen Preisrahmen abgesteckt, in dem ihr das zahlen könnt, was ihr eben aktuell zahlen könnt.

Solltet ihr ein paar Groschen mehr übrig haben, freuen wir uns und vor allem auch die Künstler*innen sich sehr darüber – schließlich ist die Organisation von Biergarten-Konzerten aktuell auch für uns finanziell nicht ganz einfach und die Auftrittsmöglichkeiten für Musiker*innen sind rar. Darum: Danke Euch, für Eure Unterstützung!

Bitte respektiert alle die Hygienevorschriften und Regelungen. Wir freuen uns sehr, dass wir wieder Konzerte veranstalten können und tun das in Anbetracht der Umstände wohl durchdacht.

Dafür brauchen wir aber alle Eure Hilfe und Euer Verantwortungsbewusstsein.

Viel Spaß!

 


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